Mixed Team Relay | 22. September 2026 | Montréal – Montréal | 40,6 km
Nach den Einzelzeitfahren gehört die WM-Bühne in Montréal am Dienstag den Teams. Beim Mixed Team Relay treten jeweils ein dreiköpfiges Männer- und Frauenteam für ihr Land an – allerdings nacheinander. Zunächst absolviert das Männer-Trio seine Runde, anschließend übernehmen die drei Frauen. Entscheidend ist dabei nicht der jeweils schnellste Fahrer: Sobald der zweite Mann die Wechselzone erreicht, darf das Frauen-Trio starten, und am Ende zählt die Zeit der zweiten Frau im Ziel.
40,6 Kilometer und 290 Höhenmeter sind die Daten des Mixed Relay-Parcours – aufgeteilt in zwei Runden. Daher führt die Strecke nicht wie Einzelfahren der Elite nicht über den Formel 1-Kurs Circuit Gilles-Villeneuve und die südlichen Schleife über den Sankt-Lorenz-Strom. Stattdessen fahren Männer und Frauen jeweils eine kürzere Hin-und-zurück-Runde vom Zentrum Montréals zur Pont de la Concorde. Der Charakter bleibt dennoch ähnlich: lange, schnelle Passagen, wenige Höhenmeter – und zum Abschluss ein ansteigendes Finale am Parc Jeanne-Mance.
Sportlich verspricht die siebte Austragung des WM-Mixed-Relay ein offenes Rennen. Australien gewann 2024 und 2025, zuvor holte die Schweiz 2022 und 2023 zweimal Gold. Deutschland war 2021 erfolgreich, die Niederlande gewannen die Premiere 2019. Die Niederlande und Belgien verzichten 2026 erneut auf einen Start. Dadurch rücken insbesondere Italien, die Schweiz, Australien, Frankreich und Deutschland in den Mittelpunkt.
Streckencheck: Der Parcours des Mixed Relay-Mannschaftszeitfahren bei der Rad-WM 2026

Der Start befindet sich, die Ziellinie am unmittelbar angrenzenden Parc Jeanne-Mance. Der Veranstalter gibt für das gesamte Rennen 40,6 Kilometer und 290 Höhenmeter an. Männer und Frauen absolvieren dabei nacheinander im Wesentlichen dieselbe Schleife.
Vom Start auf der Avenue du Parc führt die Strecke zunächst leicht bergab aus dem Zentrum Montréals hinunter zum Sankt-Lorenz-Strom. Über die Route Notre-Dame und die Rue de la Commune geht es am Wasser entlang, bevor der Kurs auf die Avenue Pierre-Dupuy abbiegt und Richtung Pont de la Concorde führt.
Nach der Île Sainte-Hélène erreichen die Teams den Pont de la Concorde. An der Île des Sœurs folgt eine 180 Grad-Wende, danach geht es auf weitgehend demselben Weg zurück Richtung Zentrum.
Auf dem Rückweg verändert sich zudem die topografische Charakteristik. Was auf dem Hinweg leicht bergab verlief, führt nun allmählich wieder hinauf zum Ziel am Parc Jeanne-Mance.
Die schwierigste Passage wartet ganz am Ende. Nach mehreren Kilometern auf leicht ansteigenden Straßen wird das Finale zunehmend steiler.

Favoritencheck: Mixed Relay bei der Rad-WM 2026 in Montreal
Die besten Chancen auf Gold haben Italien und die Schweiz. Italien bringt mit Filippo Ganna, Mattia Cattaneo und Matteo Sobrero ein extrem starkes Männer-Trio an den Start. Auch die Frauenformation mit Elisa Longo Borghini, Vittoria Guazzini und Monica Trinca Colonel ist ausgeglichen besetzt. Gerade auf den langen, schnellen Passagen dürfte Italien früh Zeit gutmachen können.
Die Schweiz kann dagegen auf ihre große Stärke bei den Frauen setzen. Marlen Reusser hat am Sonntag erneut den WM-Titel im Einzelzeitfahren gewonnen und bildet mit Noemi Rüegg und Jasmin Liechti ein starkes Team. Bei den Männern sorgen Stefan Küng, Stefan Bissegger und Mauro Schmid für eine ebenfalls hochwertige Basis. Gelingt es den Schweizern, die unterschiedlichen Leistungsniveaus innerhalb der Dreiergruppen gut auszubalancieren, gehören sie zu den klaren Goldkandidaten.
Nicht unterschätzt werden darf Australien. Der Titelverteidiger gewann 2024 und 2025 und hat dabei gezeigt, wie wichtig perfekte Abstimmung in diesem Format ist. 2026 wirkt die Besetzung individuell etwas weniger prominent als jene von Italien oder der Schweiz, doch die Erfahrung aus den vergangenen beiden Jahren bleibt ein großer Vorteil.
Auch Deutschland besitzt realistische Medaillenchancen. Franziska Koch gewann im Einzelzeitfahren Bronze, Antonia Niedermaier fuhr ebenfalls stark. Zusammen mit Ricarda Bauernfeind bildet sie ein konkurrenzfähiges Frauen-Trio. Bei den Männern setzen Nikias Arndt, Jasha Sütterlin und Max Walscheid auf Erfahrung.
Zum erweiterten Kreis gehört Frankreich mit Bruno Armirail, Rémi Cavagna und Cédrine Kerbaol. Die Franzosen verpassten 2025 den Titel nur knapp und sind erneut sehr ausgeglichen besetzt. Norwegen und Spanien sind die interessantesten Außenseiter.
TV-Tipp: Mixed Relay – Mannschaftszeitfahren bei der Rad-WM 2026 im Fernsehen
Am 22. September ab 16:00 Uhr lässt sich das Mixed Relay – Mannschaftszeitfahren bei Eurosport 1 live verfolgen.
Illustration: KI-generiert
