Das WorldTour-Etappenrennen Paris–Nizza findet 2026 vom 8. bis 15. März statt. Es führt über acht Etappen mit einer Gesamtdistanz von 1.245 Kilometern und 16.460 Höhenmetern. Besondere Spannung versprechen das 23,5 Kilometer lange Mannschaftszeitfahren und die beiden letzten Etappen in den Seealpen. Zunächst steht am Samstag die Bergankunft im Wintersportort Auron auf dem Programm und am Finaltag der bergige Tagesabschnitt rund um Nizza. Alpecin Cycling stellt die acht Etappen genauer vor.
Karte: Die Strecke von Paris – Nizza 2026

1. Etappe | 8. März | Achères – Carrieres-sous-Poissy | 171,2 km | 1.950 hm

Paris–Nizza beginnt nicht mit einem flachen „Anrollen“. Die erste Etappe von Achères nach Carrières-sous-Poissy endet auf einem Rundkurs, auf dem die Côte de Chanteloup-les-Vignes auf den letzten 40 Kilometern zweimal gefahren wird. Zwar ist der Anstieg nur 1,1 Kilometer lang, dafür steigt er aber durchschnittlich mit 8,3 Prozent an. Das ist optimal für Puncheure, aber suboptimal für die Sprinter-Teams, die geordnet darüber kommen wollen. Allerdings sind es von der letzten Überfahrt der Côte de Chanteloup-les-Vignes noch gut zehn Kilometer bis ins Ziel.
2. Etappe 2 | 9. März | Épône – Montargis | 187 km | 1.270 hm

Trotz dreier Bergwertungen scheint dies ein guter Tag für die Sprinter zu werden. Und wohl auch der einzige bei der Fernfahrt zur Sonne. Nach dem Start in Épône müssen die Fahrer über drei kurze Wellen: Côte des Mesnuls (1,3 Kilometer mit 5,6 Prozent), Côte de Villeconin (1 Kilometer mit 6,1 Prozent) und Côte du Pressoir (1 Kilometer mit 6,5 Prozent). Von der letzten Côte bis ins Ziel in Montargis sind es dann noch über 75 Kilometer, in denen die Sprinter-Teams die Ausreißer zurückholen können. Einzig mögliche Windkanten im offenen Gelände könnten den endschnellen und explosiven Männern noch einen Strich durch die Rechnung machen. Die Klassikerfahrer würden sich über ein solches Szenario freuen.
3. Etappe | 10. März | Cosne-Cours-Sur-Loire – Pouilly-Sur-Loire | 23,5 km / MZF | 240 hm

Dies ist sozusagen die Generalprobe für die Auftaktetappe der Tour de France in Barcelona ist der dritte Tagesabschnitt von Paris–Nizza. Ein 23,5 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren von Cosne-Cours-sur-Loire nach Pouilly-sur-Loire. Wie bei der Frankreich-Rundfahrt im Juli wird die Zeit nicht nach dem vierten Fahrer gewertet, sondern jeder Fahrer wird einzeln gestoppt. Dieser Lead-out-Modus wurde bereits bei Paris–Nizza vor einem Jahr getestet.
Nach diesem Teamzeitfahren wird es zwar keine allzu großen Abstände unter den Top-Fahrern in der Gesamtwertung geben. Nichtsdestotrotz wird es das Klassement sortieren und eine gewisse Hierarchie erzeugen. Die Performance-Manager der Teams werden hinterher sicher viel Zeit mit der Analyse dieser Etappe verbringen.
4. Etappe | 11. März | Bourges – Uchon | 195 km | 2.520 hm

Auf das Mannschaftszeitfahren folgt die erste Bergankunft dieser Rundfahrt – hoch nach Uchon. Nach dem Start in Bourges verlaufen die ersten rund 120 Kilometer flach. Erst dann wird das Terrain anspruchsvoll: Den Auftakt macht die Côte de la Croix des Cerisiers. Ein Anstieg der 3. Kategorie mit einer Länge von 6,2 Kilometern und durchschnittlich 4,3 Prozent Steigung. Ist dieser Anstieg absolviert, beginnt das Finale rund 30 Kilometer später mit der Côte de la Croix de la Libération – 4,6 Kilometer mit 5,3 Prozent Steigung. Dabei gibt es allerdings Abschnitte mit bis zu 12 Prozent Steigung.
Nach einer Abfahrt und einem kurzen Flachstück beginnt die acht Kilometer lange Schlussteigung ins Etappenziel nach Uchon. Die angegebene Durchschnittssteigung von 4,5 Prozent spiegelt die tatsächliche Schwierigkeit nicht wider. Denn der Anstieg ist sehr unrhythmisch mit Rampen von bis zu 16 Prozent.
5. Etappe | 12. März | Cormoranche-sur-Saône – Colombier-Le-Vieux | 205,4 km | 3.020 hm

Mit 205,4 Kilometern ist dies der längste Tagesabschnitt, der die Fahrer immer weiter in den Süden bringt. Der Start erfolgt in Cormoranche-sur-Saône, das Ziel liegt in Colombier-le-Vieux in der Ardèche. Für Puncheure ist dies ein geeignetes Terrain, um sich selbst, aber auch die Konkurrenz zu prüfen. Denn neben den fünf Bergwertungen ist das Profil sehr wellig, sodass sich am Ende mehr als 3.000 Höhenmeter summieren.
Den Auftakt zum „Côte-Hopping” macht nach gut 60 Kilometern die Côte de Lentilly (2,3 Kilometer mit 4,7 Prozent Steigung). 40 Kilometer später folgt die Côte d’Échalas (4,7 Kilometer mit 5,1 Prozent Steigung). Dann ist kurz „Ruhe” vor dem finalen Sturm. Auf den letzten knapp 40 Kilometern folgen drei kategorisierte Anstiege sowie ein Bergauffinale nach Colombier-le-Vieux. Den Auftakt zu einem Ausscheidungsfahren macht die Côte de Sécheras (3,9 Kilometer mit 7 Prozent). Im Abstand von jeweils 10 bis 12 Kilometern folgen dann die Côte de Saint-Barthélemy-le-Plain (3,2 Kilometer mit 7,6 Prozent, maximal 16 Prozent) und die Côte de Saint-Jean-de-Muzols (2,2 Kilometer mit 11 Prozent). Nach einer kurzen Abfahrt beginnt die Anfahrt zum Ziel.
Auch wenn das Terrain die Klassementfahrer nicht vor allzu große Probleme stellt, müssen sie im Finale gut positioniert sein, um nicht den Anschluss zu verpassen.
6. Etappe | 13. März | Barbentane – Apt | 179,3 km | 2.100 hm

Erneut könnte es ein Tag für Puncher und klassikerfeste Klassementfahrer werden, wenngleich die Entscheidung um den Etappensieg wohl aus einer Ausreißergruppe heraus fallen könnte. Die 6. Etappe startet in Barbentane und endet nach 179,3 Kilometern in Apt.
Die einzige Herausforderung auf den ersten 100 Kilometern ist die Côte de Saint-Rémy-de-Provence (2,5 Kilometer mit 5 Prozent Steigung). Dann steuern die Profis auf den Luberon zu. Nach knapp 100 Kilometern folgt die Côte de Bonnieux (2,5 Kilometer mit 4,6 Prozent). Über Lourmarin und La Motte-d’Aigues gelangen die Profis an den Fuß des Col de l’Aire Deï Masco. Ein Anstieg der 2. Kategorie, der 7,1 Kilometer lang und durchschnittlich 4,4 Prozent steil ist.
Von der Passhöhe auf 696 Metern führt die Strecke für längere Zeit bergab, ehe auf den letzten 20 Kilometern vor dem Ziel ein Anstieg zur Sprintwertung nach Saint-Martin-de-Castillon und danach zur Côte de Saignon (4 Kilometer mit fünf Prozent Steigung) folgt, der über den Etappensieg entscheiden kann.
7. Etappe | 14. März | Nizza – Auron | 138,7 km | 2.850 hm

Verkehrte Welt bei Paris-Nizza 2026: Die berühmte Promenade des Anglais ist in diesem Jahr nicht das Ziel der Finaletappe, sondern der Start des vorletzten Tagesabschnitts. Grund hierfür sind die am Sonntag stattfindenden Kommunalwahlen.
Von Nizza aus führt die Strecke in Richtung Seealpen. Früh im Etappenverlauf müssen Côte de Carros (7 Kilometer mit 5,1 Prozent) und Côte de Bouyon (1,7 Kilometer mit 6,1 Prozent) erklommen werden. Danach „beruhigt sich das Terrain” und es gibt einen langen Anlauf in Richtung Bergwertung. Die beginnt nach der Sprintwertung in Isola.
Der Anstieg der 1. Kategorie ist über 7,3 Kilometer lang, im Durchschnitt 7,2 Prozent steil und führt hinauf in den Wintersportort Auron auf eine Höhe von 1.614 Metern – zugleich das Dach von Paris-Nizza. Fraglich ist, ob es hier zu einem klassischen Ausscheidungsfahren kommt oder ob der Anstieg zu kurz und zu wenig selektiv ist, sodass die Besten in einer kleinen Gruppe auf die Ziellinie kommen.
8. Etappe | 15. März | Nizza – Nizza | 145 km | 2.780 hm

Wie fast immer bei Paris-Nizza hat es der Finaltag in sich. Eine 145 Kilometer lange, selektive Schleife um Nizza bietet den Fahrern zahlreiche Möglichkeiten zum Angriff. Insgesamt sind fünf kategorisierte Anstiege zu bewältigen, davon drei der ersten Kategorie. Die Frage wird nur sein, an welcher Côte oder welchem Col das Rennen richtig eskaliert. Wer Großes vorhat und über ein starkes Team verfügt, wird am Col de la Porte, der nach rund 60 Rennkilometern liegt, vorsortieren lassen. Zwar ist der Anstieg der ersten Kategorie „nur” sieben Kilometer lang und hat eine durchschnittliche Steigung von 7,2 Prozent. Die Straße steigt aber zuvor schon merklich an.
Nach einer sehr langen Abfahrt, die dementsprechend offensiv gefahren werden muss, könnte die Côte de Châteauneuf-Villevieille (6,6 Kilometer mit 6,6 Prozent Steigung) das Finale einläuten. Die Abfahrt erfolgt aber nicht direkt nach der Bergwertung, sondern nach einer kleinen Zwischenabfahrt müssen die Fahrer wieder berghoch nach Aspremont.
Erst dann führt die Etappe für gut 12 Kilometer bergab und fast sofort in den letzten Berg des Tages und dieser Rundfahrt. Die endgültige Entscheidung über Etappensieg und/oder Gesamterfolg könnte an der Côte du Linguador fallen. Sie ist mit 3,3 Kilometern nicht besonders lang, aber die 8,8 Prozent im Durchschnitt mit Rampen von 14 Prozent sind ideal, um sich abzusetzen. Nach der Anfahrt verläuft der Parcours weiter über die Sprintwertung in Nizza bei Rennkilometer 137,6, ehe das Ziel am Stade Riviera erreicht wird.
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