Start Profi-Sport Jasper Philipsen sprintet „In Flanders Fields“ zum Sieg

Jasper Philipsen sprintet „In Flanders Fields“ zum Sieg

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Jasper Philipsen hat den Frühjahrsklassiker „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem” nach 240,8 Kilometern gewonnen. Der Profi aus dem Team Alpecin-Premier Tech siegte im Sprint einer größeren Gruppe vor Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) und Christophe Laporte (Team Visma | Lease a Bike). Lange Zeit sah es so aus, als würden Mathieu van der Poel und Wout van Aert den Sieg unter sich ausmachen. Doch die beiden Klassikerjäger wurden auf den letzten 1.000 Metern vom heranjagenden Feld eingeholt.

Für Philipsen war es nach seinem Erfolg bei Nokere Koerse der zweite Saisonsieg, für sein Team Alpecin-Premier Tech der siebte Sieg in diesem Jahr und der erste überhaupt bei „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem”.

So verlief In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem 2026

Die erste Austragung des früheren Gent-Wevelgem unter dem neuen Namen In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem begann mit einer achtköpfigen Fluchtgruppe. Victor Vercouillie (Team Flanders-Baloise), Julius Johansen (UAE Team Emirates-XRG), Wessel Mouris (Unibet Rose Rockets) und Camille Charret (Cofidis) legten vor, ehe Jules Hesters (Team Flanders-Baloise), Dries De Bondt (Team Jayco AlUla), Frits Biesterbos (Team Picnic PostNL) und Hartthijs de Vries (Unibet Rose Rockets) nachsetzten. Das Feld ließ die Gruppe zunächst gewähren, Alpecin-Premier Tech begann aber früh damit, den Abstand unter Kontrolle zu halten.

In De Moeren bleibt der große Split aus

Auf dem Weg durch De Moeren blieb das befürchtete Waaierspektakel zunächst aus, weil der Wind nicht stark genug war, um das Rennen dort entscheidend zu zerlegen. Ganz ruhig blieb es trotzdem nicht: Nach der Passage durch den offenen Abschnitt nahm die Nervosität spürbar zu, das Feld riss auseinander und eine erste größere Selektion entstand. Die Favoriten um Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) waren aufmerksam, ehe sich die Lage vor dem Eintritt in die Hügelzone wieder etwas beruhigte.

Kemmelberg bringt die erwartete Dramatik

Vor der entscheidenden Phase waren die frühen Ausreißer bereits stark dezimiert. Auf den Plugstreets und in den Anfahrten zu Monteberg und Kemmelberg gab es immer neue Tempoverschärfungen, unter anderem durch Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step), Gianni Vermeersch (Red Bull-Bora-Hansgrohe), Ben Turner (Ineos Grenadiers) und Matteo Trentin (Tudor Pro Cycling Team). Als das Rennen zum zweiten Mal den Kemmelberg erreichte, zog van Aert dann erstmals richtig durch. Nur van der Poel und zunächst auch Florian Vermeersch (UAE Team Emirates-XRG) konnten folgen; kurz darauf stellten sie die Spitze.

Duell van der Poel gegen Van Aert

An der letzten Kemmelberg-Passage forcierte van der Poel erneut, diesmal so scharf, dass Florian Vermeersch abreißen lassen musste. Van Aert biss sich jedoch fest, und plötzlich lief alles auf das lange erwartete Duell der beiden Klassikergrößen hinaus. Das Duo arbeitete stark zusammen und nahm die letzten Kilometer mit einem Vorsprung in Angriff, während dahinter vor allem Decathlon CMA CGM Team, Red Bull-Bora-Hansgroheund Lotto-Intermarché die Nachführarbeit organisierten. Der Rückstand schmolz dennoch nur langsam, was die Spannung bis tief in die Schlussphase hochhielt.

Das Feld holt die Ausreißer auf dem letzen Kilometer ein

Kurz vor dem Ziel bekam die Verfolgung noch einmal ein neues Gesicht: Alec Segaert (Bahrain Victorious) schaffte mit einer starken Einzelaktion den Sprung nach vorn und machte aus dem Zweikampf kurzzeitig ein Trio. Doch auch das genügte nicht. In der vorletzten Rennminute lief das Feld endgültig auf, im Schlusskilometer wurden zuerst van der Poel und van Aert und kurz später Segaert gestellt. Damit war der Weg frei für den Sprint eines kleinen Feldes.

Philipsen macht den Alpecin-Tag perfekt

Dort spielte Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) seine Endgeschwindigkeit aus und gewann nach Vorabeit seines Teamkollegen Florian Sénéchal vor Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) und Christophe Laporte (Team Visma | Lease a Bike). Für das Team Alpecin-Premier Tech war es der erste Sieg bei diesem Rennen, und er verdankte ihn auch der perfekten taktischen Ausgangslage seiner Mannschaft: Weil van der Poel vorne das Rennen sprengte, konnte der Belgier im Feld abwarten und im entscheidenden Moment vollenden. So endete ein Rennen, das lange nach einem Prestige-Duell zwischen van der Poel und van Aert ausgesehen hatte.

Fotos: Photonews.be