Jonas Vingegaard gewann für sein Team Visma | Lease a Bike die 1. Etappe der Tour de France 2026. Der Däne übernahm damit das erste Gelbe Trikot der Frankreich-Rundfahrt. Beim 19,6 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren setzte sich der Kapitän von Visma-Lease a Bike im Finale am Montjuïc durch. Auf Rang zwei landete Netcompany Ineos, bei den Filippo Ganna acht Sekunden Rückstand hatte auf Vingegaard. Dritte wurden UAE Team Emirates-XRG, angeführt von Tadej Pogačar, 12 Sekunden zurück.
Das Team Alpecin-Premier kam auf einen starken 7. Platz mit einem Rückstand von 39 Sekunden. Mathieu van der Poel liegt in der Gesamtwertung nun auf Rang 11.
Es war ein Auftakt, der den besonderen Charakter dieses neuen Teamzeitfahrens sofort bestätigte. Die Teams fuhren gemeinsam gegen die Uhr, doch im Klassement zählte nicht die Zeit des vierten oder fünften Fahrers. Stattdessen war für die Etappenwertung die Zeit des ersten Fahrers maßgeblich. Für die Gesamtwertung wurden die Fahrer individuell gestoppt.

So verlief die 1. Etappe der Tour de France 2026
Da spanische Team Caja Rural-Seguros RGA eröffnete als erstes die Tour. Alex Molenaar setzte mit 22:59 Minuten die erste Zielzeit. TotalEnergies unterbot diese Marke durch Jordan Jegat, ehe Romain Grégoire (Groupama-FDJ United) die Messlatte deutlich höher legte. Der neue französische Straßenmeister fuhr die letzte Abfahrt und die Schlussrampe am Montjuïc allein und brachte Groupama-FDJ United mit 22:28 Minuten vorübergehend an die Spitze.
Früh zeigte sich aber auch, wie brutal dieses Format sein konnte. Movistar lag an den Zwischenzeiten vorne, obwohl die Mannschaft Javier Romo nach einem Defekt verloren hatte. Dann geriet Cian Uijtdebroeks in Schwierigkeiten. Der Belgier konnte am ersten Anstieg nicht mehr folgen, Pablo Castrillo und Jefferson Cepeda warteten, während Raúl García Pierna vorne weiter Druck machte. Aus einer starken Zwischenzeit wurde so ein verlorener Tour-Auftakt.
Alpecin-Premier Tech steigerte sich nach verhaltenem Beginn

Alpecin-Premier Tech erwischte keinen perfekten, aber einen soliden Start. Mathieu van der Poel, Jasper Philipsen und Co. lagen am ersten Zwischenpunkt sechs Sekunden zurück. Danach fand das Team deutlich besser in den Rhythmus. An der zweiten Zwischenzeit übernahm Alpecin-Premier Tech vorübergehend die Führung und lag hauchdünn vor Movistar.
Auch am dritten Messpunkt war das Team nach den bis dahin gestarteten Mannschaften vorne. Van der Poel setzte das im Finale um und fuhr mit 22:26 Minuten die neue Bestzeit. Zwei Sekunden schneller als Grégoire. Für einen Tagessieg reichte es am Ende nicht. Dennoch war es ein starker Auftakt für Alpecin-Premier Tech; mit einer guten Ausgangslage für die kommenden Etappen.
Ganna brachte Netcompany Ineos an die Spitze

Die erste echte Referenz setzte Netcompany Ineos. Schon am ersten Zwischenpunkt war die Mannschaft um Kevin Vauquelin, Filippo Ganna, Tobias Foss und Josh Tarling deutlich schneller als die bisherigen Teams. Bei Kilometer 10,5 betrug der Vorsprung auf Alpecin-Premier Tech bereits 14 Sekunden. Doch dann traf das Team der erste schwere Rückschlag: Kévin Vauquelin, als möglicher Finisher und Kandidat auf das erste Gelbe Trikot gehandelt, hatte Hinterreifendefekt und musste aus der Formation heraus.
Damit änderte sich der Plan. Die Zeitfahrspezialisten übernahmen. Tobias Foss und Filippo Ganna, zwei Zeitfahrweltmeister, fuhren auf den letzten Kilometern ein Paarzeitfahren. Foss lancierte Ganna, der Italiener vollendete den Auftritt mit einer beeindruckenden neuen Bestzeit. Netcompany Ineos war als erstes Team unter 22 Minuten und lag 31 Sekunden vor der Marke von Van der Poel. Für den Moment sah es nach dem perfekten Auftakt für die Zeitfahrmaschine Ganna aus.
Seixas und Ayuso stark
Decathlon CMA CGM ging mit Paul Seixas vor allem mit dem Ziel in die Etappe, den Schaden auf der flachen ersten 16 Kilometer zu begrenzen. Am zweiten Zwischenpunkt lag das französische Hoffnungsteam 19 Sekunden hinter Netcompany Ineos zurück. Im Finale zeigte Seixas dann seine Klasse. Der junge Franzose fuhr stark ins Ziel und lag nur knapp hinter den besten Zeiten der Spezialisten.
Lidl-Trek um Juan Ayuso begann stark und lag an der ersten Zwischenzeit nur rund eine Sekunde hinter Netcompany Ineos. Später übernahm das Team zeitweise die Führung im Zwischenklassement, verlor dann aber Mattias Skjelmose nach einem Defekt. Auf die letzten vier Kilometer ging Lidl-Trek nur noch mit einem reduzierten Block. Mathias Vacek brachte Ayuso in Position, Derek Gee-West musste am Montjuïc reißen lassen. Ayuso fuhr das Finale allein stark zu Ende, verpasste die Bestzeit aber knapp. Am Ende fehlten ihm rund acht Sekunden auf Ganna – und rund 15 Sekunden auf den späteren Sieger Vingegaard.
Red Bull-Bora-hHansgrohe kam dagegen nicht wie erhofft in den Rhythmus. Remco Evenepoel führte die Mannschaft von der Rampe, doch bereits an der ersten Zwischenzeit lag das Team nur auf Rang zehn und rund 13 Sekunden zurück. Auch im weiteren Verlauf konnte die Equipe den Rückstand nicht mehr entscheidend reduzieren. Florian Lipowitz musste im Finale abreißen lassen, Evenepoel rettete die Zeit als stärkster Fahrer des Teams ins Ziel.
Vingegaard vollendete Plan am Montjuïc
Visma-Lease a Bike, das Team um Jonas Vingegaard, begann kontrolliert, drehte dann aber immer stärker auf. An der zweiten Zwischenzeit verwandelte Visma den leichten Rückstand aus dem ersten Abschnitt in einen Vorsprung. Das Team war dort knapp schneller als Lidl-Trek und Netcompany Ineos und blieb lange mit mehreren Fahrern geschlossen.
Im Finale wurde der Plan sichtbar: Matteo Jorgenson und Davide Piganzoli arbeiteten bis weit in den Schlusssteigung hinein, ehe auch sie ausscherten. Vingegaard musste die Arbeit auf den letzten Metern selbst vollenden – und tat es mit Nachdruck. Der Däne stürmte solo ins Ziel und unterbot die Zeit von Ganna um sieben Sekunden.
UAE Team Emirates-XRG konnte darauf nicht mehr antworten. Die Mannschaft von Tadej Pogačar lag an allen Zwischenzeiten hinter Visma-Lease a Bike. Adam Yates und Nils Politt mussten früh aus der Formation, später blieb nur noch Isaac Del Toro an der Seite des Titelverteidigers. Pogačar sprintete zwar energisch ins Ziel, verlor aber elf Sekunden auf Vingegaard. Damit wurde der Slowene Dritter der Etappe – hinter Vingegaard und Ganna.
Tageswertung der 1. Etappe der Tour de France 2026
Barcelona – Barcelona | Mannschaftszeitfahren | 19,6 km
| Rang | Team | Zeit / Rückstand |
|---|---|---|
| 1 | Visma | Lease a Bike | 21:47 |
| 2 | Netcompany Ineos | + 8 Sek. |
| 3 | UAE Team Emirates-XRG | + 12 Sek. |
| 4 | Lidl-Trek | + 16 Sek. |
| 5 | Red Bull-Bora-hansgrohe | + 19 Sek. |
| 6 | Decathlon CMA CGM | + 39 Sek. |
| 7 | Alpecin-Premier Tech | + 39 Sek. |
| 8 | Groupama-FDJ United | + 41 Sek. |
| 9 | Bahrain Victorious | + 47 Sek. |
| 10 | Jayco-AlUla | + 51 Sek. |
Gesamtwertung nach der 1. Etappe der Tour de France 2026
| Rang | Fahrer | Team | Zeit / Rückstand |
|---|---|---|---|
| 1 | Jonas Vingegaard | Team Visma | Lease a Bike | 21:47 |
| 2 | Filippo Ganna | Netcompany Ineos | + 8 Sek. |
| 3 | Tadej Pogačar | UAE Team Emirates-XRG | + 12 Sek. |
| 4 | Juan Ayuso | Lidl-Trek | + 16 Sek. |
| 5 | Remco Evenepoel | Red Bull-Bora-hansgrohe | + 19 Sek. |
| 6 | Isaac del Toro | UAE Team Emirates-XRG | + 26 Sek. |
| 7 | Davide Piganzoli | Team Visma-Lease a Bike | + 28 Sek. |
| 8 | Florian Lipowitz | Red Bull-Bora-hansgrohe | + 35 Sek. |
| 9 | Tobias Foss | Netcompany Ineos | + 38 Sek. |
| 10 | Paul Seixas | Decathlon CMA CGM Team | + 39 Sek. |
Fotos: Photonews.be
