Start Profi-Sport WM Montréal 2026: Brandon McNulty ist neuer Weltmeister

WM Montréal 2026: Brandon McNulty ist neuer Weltmeister

Übersicht

Der US-Amerikaner Brandon McNulty hat das Straßenrennen der Männer bei den Rad-Weltmeisterschaften 2026 in Montreal gewonnen. Der US-Amerikaner setzte sich rund 32 Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe der Favoriten ab und verteidigte seinen Vorsprung bis ins Ziel. Silber ging an Michael Matthews aus Australien, Bronze an Mathieu van der Poel aus den Niederlanden. 

Van der Poel hatte das Rennen zuvor mit mehreren Angriffen geprägt. Doch nachdem die Verfolger wieder zu ihm aufgeschlossen hatten, nutzte McNulty einen kurzen Moment des Zögerns für seine Attacke. Auf der letzten Runde kamen seine Konkurrenten noch einmal gefährlich nahe. Den Anschluss schafften sie nicht mehr.

Für McNulty ist es der erste WM-Titel im Straßenrennen der Männer. Zugleich gewann erstmals seit 1993 wieder ein US-Amerikaner das Regenbogentrikot in dieser Disziplin. Der Sieg gelang an fast gleicher Stelle, an der er bereits 2025 den Grand Prix Cycliste de Montréal gewonnen hatte. 

So verlief das WM-Straßenrennen der Männer 2026

Schon früh bildete sich eine große Ausreißergruppe. Zu ihr gehörten unter anderem Biniam Girmay, Henok Mulubrhan, Andreas Leknessund und Felix Engelhardt. Rund 181 Kilometer vor dem Ziel lag die Gruppe mehr als acht Minuten vor dem Feld. Als die Fahrer den 13,4 Kilometer langen Stadtkurs erreichten, betrug ihr Vorsprung noch etwa sechs Minuten. Zwölf Runden mit den Anstiegen der Côte Camillien-Houde und der Côte de Polytechnique standen zu diesem Zeitpunkt noch bevor 

Die Franzosen übernahmen die Nachführarbeit

Im Feld übernahm Frankreich mit Bruno Armirail die Nachführarbeit. Das hohe Tempo am Camillien-Houde verkleinerte nicht nur den Rückstand, sondern dezimierte auch das Peloton. Neun Runden vor Schluss fiel der Vorsprung der Ausreißer unter eine Minute. Als noch rund 100 Kilometer zu fahren waren, war die frühe Flucht beendet. Nun folgten Angriffe aus dem Feld.

Etwa 90 Kilometer vor dem Ziel entstand eine gefährliche Gruppe mit Mathieu van der Poel, Wout van Aert und Oscar Onley. Primož Roglič, Anthon Charmig und Simmons schafften ebenfalls den Anschluss. Mit noch sechs Runden beziehungsweise rund 80 Kilometern vor sich hatten die sechs Angreifer 41 Sekunden Vorsprung. 

Van der Poel in der Attacke 

Rund 74 Kilometer vor dem Ziel beschleunigte van der Poel erneut. Nur Onley und Simmons konnten ihm zunächst folgen. Van Aert, Roglič und Charmig verloren den Kontakt; Roglič kämpfte sich später wieder zur Spitze vor. Bei noch 56 Kilometern lag das Quartett aus van der Poel, Simmons, Onley und Roglič 28 Sekunden vor der ersten Verfolgergruppe. Dahinter war das Rennen längst in mehrere Gruppen zerfallen.

Evenepoel fiel zwischenzeitlich zurück. Van Aert ließ sich zu seinem belgischen Landsmann zurückfallen und half ihm, wieder nach vorne zu kommen. Auch Pidcock, Paul Seixas und del Toro beteiligten sich an der Jagd. Bei noch 38 Kilometern erreichte Ben Healy die Spitzengruppe; kurz darauf schlossen weitere Fahrer auf. Van der Poels Vorstoß war damit neutralisiert.

McNulty als Solist zu Gold 

Nachdem sich vorne wieder eine größere Gruppe mit allen Top-Favoriten gebildet hatte, griff McNulty rund 32 Kilometer vor dem Ziel an. Alle andern sahen sich einen Moment zu lang gegenseitig an. Der US-Amerikaner hatte schnell eine halbe Minute Vorsprung herausgefahren. Zu Beginn der vorletzten Runde war sein Vorsprung auf mehr als eine Minute angewachsen. Pidcock erhöhte daraufhin an der Camillien-Houde mehrfach das Tempo. Seine Angriffe verkleinerten den Abstand, sprengten aber auch die Verfolgergruppe.

McNulty begann die Schlussrunde noch mit 53 Sekunden Vorsprung. Am letzten Anstieg der Côte Camillien-Houde wurde es noch einmal eng: Pidcock trieb die Verfolgung an und kam bis auf ungefähr zehn Sekunden an den Führenden heran. Der Anschluss gelang ihm nicht. Als das Tempo dahinter wieder nachließ, vergrößerte McNulty seinen Vorsprung vor der Côte de Polytechnique erneut. Auch ein weiterer Angriff van der Poels änderte daran nichts. 

Sieben Kilometer vor dem Ziel lag McNulty wieder 32 Sekunden vorn, vier Kilometer vor Schluss waren es 23 Sekunden. Seixas bekam Krämpfe, Evenepoel war längst zurückgefallen. McNulty hielt seinen Vorsprung bis zur ansteigenden Zielgeraden und gewann. Matthews setzte sich im Sprint der Verfolger gegen van der Poel durch. 

Fotos: Photonews.be