Start Profi-Sport Cyclocross-Weltcup Hoogerheide: Mathieu van der Poel gewinnt WM-Generalprobe

Cyclocross-Weltcup Hoogerheide: Mathieu van der Poel gewinnt WM-Generalprobe

Übersicht

Mathieu van der Poel hat die WM-Generalprobe gewonnen. Der Weltmeister vom Team Alpecin-Premier Tech siegte beim Cyclocross-Weltcup in Hoogerheide souverän – eine Woche vor den Weltmeisterschaften in Hulst. Mit diesem achten Sieg in seinem achten Weltcup-Rennen in dieser Saison sicherte er sich auch den Gesamtweltcup. Mathieu van der Poel benötigte auf dem Parcours „GP Adrie van der Poel“ nur eine schnelle Runde, um sich abzusetzen. Am Ende hatte er einen Vorsprung von über 1:20 Minuten auf die Verfolger.

Die Podiumsplätze waren heiß umkämpft. Die Verfolgergruppe umfasste bis zum Ziel rund zehn Fahrer. Die Entscheidung musste also im Sprint fallen. Den gewann Tibor Del Grosso (Alpecin-Premier Tech) vor Niels Vandeputte (Alpecin-Premier Tech Development Team). Also der gleiche Zieleinlauf wie bei gestrigen Rennen in Massmechelen. Drei Fahrer eines Teams auf dem Podium.

So verlief der Cyclocross-Weltcup in Hoogerheide 2026

Der Weltcup in Hoogerheide gilt traditionell als Generalprobe für die Cyclocross-Weltmeisterschaft am kommenden Wochenende – und genau entsprechend wurde das Rennen gefahren: hohes Tempo, frühe Positionskämpfe, keine Geschenke. Thibau Nys erwischte den besten Start und setzte sich sofort in Szene. Mathieu van der Poel dagegen kam ungewohnt verhalten aus den ersten Metern und ordnete sich zunächst nur auf Rang acht ein. Auch Tibor Del Grosso verschlief den Auftakt (Zwölfter), arbeitete sich aber mit einem starken ersten Drittel schnell nach vorn.

Nach den Hürden machte Del Grosso einen großen Satz in Richtung Top fünf. An der Spitze übernahm zwischenzeitlich Joris Nieuwenhuis, riss sogar kurz eine kleine Lücke auf Nys, van der Poel und Felipe Orts – doch das Feld blieb aufmerksam, die Lücke war schnell wieder geschlossen. Nach einem Radwechsel von Nieuwenhuis übernahm Toon Aerts die Führungsarbeit, dahinter formierte sich eine kompakte Spitzengruppe mit Del Grosso und Mees Hendrikx. Van der Poel fuhr in dieser Phase als Siebter am Hinterrad von Nys – noch ohne eigene Initiative, aber sichtbar in Lauerstellung.

Der Schlüsselmoment: Tibor Del Grosso eröffnet, Van der Poel fährt Rekordrunde

Am Ende der zweiten Runde attackierte Del Grosso auf der ansteigenden Zielgeraden. Er riss eine kleine Lücke. Van der Poel sprang sofort hin. Wenig später übernahm der Weltmeister selbst die Führung. Die Verfolger lagen zu diesem Zeitpunkt rund drei Sekunden zurück, angeführt von Toon Aerts. Noch vor dem schwersten Anstieg distanzierte van der Poel Del Grosso, zog das Tempo kompromisslos durch und fuhr diese Runde in einer Rekordzeit von 6:15 Minuten. Nach nicht einmal einem Drittel der Distanz war das Rennen an der Spitze (vor)entschieden: Van der Poel war weg.

Nach fünf von neun Runden betrug sein Vorsprung bereits 46 Sekunden auf eine große Verfolgergruppe. In Runde sechs kam Bewegung in den Kampf um Platz zwei: Gerben Kuypers schoss wie aus dem Nichts nach vorn und setzte bergauf eine harte Attacke. Nys klammerte sich an das Hinterrad seines Landsmanns, ehe Del Grosso immer wieder Verantwortung übernahm und die Initiative im Verfolgerpulk suchte. Zwei Runden vor Schluss hatte van der Poel an der Spitze längst Kontrolle und Komfort: über 1:20 Minute Vorsprung auf eine knapp 20 Mann starke Verfolgergruppe.

Die Entscheidung um die restlichen Podestplätze fiel erst spät. Zum Ende der vorletzten Runde attackierten Del Grosso und Nieuwenhuis gemeinsam an der ansteigenden Start-Ziel-Passage, wurden jedoch von Nys wieder gestellt. Kurz darauf versuchte es Nys seinerseits – ohne durchschlagenden Erfolg. Damit lief alles auf einen Sprint am Anstieg des Scheldewegs hinaus.

Nys eröffnete den Sprint früh, wurde aber auf den letzten Metern von Del Grosso und Vandeputte überspurtet. Vandeputte entriss Nys in letzter Minute noch den Podiumsplatz – und so gab es, wie schon in Maasmechelen, ein reines Alpecin Premier-Tech-Podium: Van der Poel vor Del Grosso und Vandeputte. Hoogerheide lieferte damit eine klare WM-Botschaft: Der Favorit ist bereit – und sein Team hat auch dahinter die Karten in der Hand.

Ergebnis des Cyclocross-Weltcup-Rennen in Hoogerheide 2026

1. Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) 58:41 Minuten
2. Tibor Del Grosso (Alpecin-Premier Tech) + 1:20 Minuten
3. Niels Vandeputte (Alpecin-Premier Tech Development Team) s.t.
4. Thibau Nys (Baloise Verzekeringen-Het Poetsbureau Lions) s.t.
5. Toon Aerts (Charles Liégeois – Deschacht) + 1:21 Minuten

Fots: Photonews.be