Trotz zweier Defekte konnte Mathieu van der Poel den Cyclocross-Weltcup in Maasmechelen für sich entscheiden. Der Weltmeister vom Team Alpecin-Premier Tech hatte durch den ersten Reifenschaden zur Rennmitte hin schon mehr als eine halbe Minute Rückstand auf die Spitze. Doch er kämpfte sich schnell wieder heran und ging dann erneut in die Offensive. In der vorletzten Runde ereilte ihn erneut ein Plattfuß. Diesmal konnte er seine Führung aber knapp behaupten und fuhr dann mit irrem Tempo den Verfolgern davon.
Mit diesem Erfolg kommt Mathieu van der Poel auf die stolze Zahl von 50 Siegen bei Weltcup-Rennen. Damit erreicht er die gleiche Anzahl wie der bisherige Rekordhalter Sven Nys.
Beim vorletzten Weltcup-Rennen dieser Saison wurde Tibor Del Grosso Zweiter. Im Sprint schlug er Niels Vandeputte aus dem Development-Team von Alpecin-Premier Tech. Damit machten diese beiden das Alpecin-Premier-Tech-Podium perfekt. Thibau Nys wurde Vierter.
Rennbericht: So verlief der Cyclocross-Weltcup 2026 in Maasmechelen
Ein schwerer Sturz direkt nach dem Start überschattete das Rennen: Joran Wyseure und Pim Ronhaar kollidierten, Wyseure ging besonders heftig zu Boden und musste lange an der Unfallstelle versorgt werden.
Kaum war der Start freigegeben, zündete Cameron Mason den Turbo. Der Brite fuhr wie entfesselt, riss sofort eine Lücke und baute seinen Vorsprung auf rund sechs Sekunden aus. Dahinter sortierte sich eine große Verfolgergruppe, zunächst angeführt von Tibor Del Grosso. Zum Ende der ersten Runde war der Ausreißversuch jedoch beendet: Unter der Führung von Kevin Kühn kamen die Verfolger wieder an Mason heran,. Mathieu van der Poel hielt sich zu diesem Zeitpunkt noch auffallend zurück – kontrolliert, aufmerksam, ohne die ganz großen Gesten.
Das änderte sich, als sich vorne eine hochkarätige Gruppe formierte: Van der Poel gesellte sich zu Mason, Del Grosso und Kühn; kurz darauf mischten auch Niels Vandeputte und der belgische Meister Thibau Nys in der Führungsarbeit mit. Sechs Fahrer bestimmten nun das Tempo – bis kurz vor Start und Ziel die erste entscheidende Wendung kam: Del Grosso übernahm die Spitze, Van der Poel schob sich mit nach vorn, während Mason wegen eines Reifenschadens weit zurückfiel.
In der Folge entwickelte sich an der Spitze ein intensives Taktik- und Attackenspiel, getragen von den jungen Wilden. Vor allem Nys und Del Grosso lieferten sich ein packendes Duell, wechselten das Tempo, setzten Nadelstiche – und der Weltmeister fuhr zunächst mit, beobachtete, ließ die anderen arbeiten. Dann der nächste Einschnitt: Gerade als Nys die Führung übernommen hatte, warf ihn ein Sturz zurück. Van der Poel erkannte die Chance, trat an und verschärfte das Tempo. Nur Del Grosso konnte sein Hinterrad halten. Zu Beginn der vierten Runde hatte das Alpecin–Premier-Tech-Duo bereits rund sechs Sekunden Vorsprung auf Kühn, Vandeputte und den wieder aufgeschlossenen Nys.
Plattfuß, Radwechsel, Aufholjagd: Van der Poel dreht das Rennen
Van der Poel ging noch einen Schritt weiter, setzte sich ab – allerdings nur kurz. Ein Plattfuß stoppte den Angriff, Del Grosso zog vorbei. Von hinten schlossen Nys, Vandeputte und Kühn auf, überholten den Weltmeister, der durch den notwendigen Radwechsel wertvolle gut eine halbe Minute verlor. Zur fünften Runde stellte sich das Bild klar dar: Del Grosso führte mit acht Sekunden Vorsprung auf das Trio Nys/Vandeputte/Kühn, weitere fünf Sekunden dahinter lag van der Poel.
Während van der Poel zur Aufholjagd ansetzte, versuchte Nys seinerseits, die Lücke zu Del Grosso zu schließen. Eingangs der sechsten Runde lag van der Poel bereits wieder auf Rang vier und nur noch elf Sekunden hinter der Spitze. Wenig später hatte er auch die direkten Verfolger gestellt – und im neuen Dreierbündnis mit Nys und Vandeputte ging es auf Del Grosso zu. Kurz darauf war der Kontakt hergestellt. Del Grosso blieb zwar vorn, aber das Rennen war wieder offen.
Drei Runden vor Schluss übernahm van der Poel schließlich die Führung – und drückte dem Rennen endgültig seinen Stempel auf. Er erhöhte das Tempo so nachhaltig, dass sich die Verfolger erneut strecken mussten. Zu Beginn der vorletzten Runde betrug sein Vorsprung auf die bekannten drei Verfolger – nun angeführt von Vandeputte – bereits 13 Sekunden. Dahinter hielt sich der Spanier Felipe Orts auf Rang fünf in Schlagdistanz.
Zweiter Defekt für den Weltmeister
Dann wurde es noch einmal dramatisch: Van der Poel hatte erneut einen Reifendefekt. Doch diesmal rettete er die Führung über die kritische Phase, wechselte, fand sofort wieder den Tritt – und stellte die Ordnung umgehend wieder her. Mit dem frischen Rad drückte der niederländische Weltmeister erneut aufs Tempo und zog schnell wieder auf über zehn Sekunden davon. Der Sieg war damit praktisch besiegelt.
Hinter dem Dominator entwickelte sich ein finaler Dreikampf um Platz zwei. Nys, Del Grosso und Vandeputte belauerten sich, attackierten, konterten – bis die Entscheidung erst auf den letzten Metern fiel: Kurz vor dem Ziel zogen zunächst Del Grosso und dann auch Vandeputte an Nys vorbei. Auf der Zielgeraden sprinteten die beiden Teamkollegen um Rang zwei – Del Grosso war einen Tick spritziger und sicherte sich den Prestigeplatz hinter van der Poel. Nys musste sich nach starkem Rennen mit Platz vier begnügen.
Nach Rand drei in Benidorm zeigte auch der Spanier Felipe Orts wieder eine starke Leistung. Er beendete das Rennen auf Rang fünf. Nur 24 Sekunden hinter Seriensieger Mathieu van der Poel

Ergebnis des Cyclocross-Weltcup-Rennen in Maasmechelen 2026
1. Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) 1:03:52 Stunde
2. Tibor Del Grosso (Alpecin-Premier Tech) + 3 Sekunden
3. Niels Vandeputte (Alpecin-Premier Tech Development Team) + 4 Sekunden.
4. Thibau Nys (Baloise Verzekeringen-Het Poetsbureau Lions) + 6 Sekunden
5. Felipe Orts Lloret (Ridley Racing Team) + 24 Sekunden
Fotos: Photonews.be
