Der Neo-Klassiker Strade Bianche findet am 7. März 2026 statt. Das WorldTour-Eintagesrennen mit Start und Ziel in Siena verläuft über 201 Kilometer. Allerdings führt die Strecke in dieser Saison über nur 64,1 Kilometer Schotter. Nur? Im Vergleich zum Vorjahr müssen die Radprofis 18 Kilometer weniger „graveln”. Grund dafür ist, dass mit La Piana und Serravalle zwei Sektoren in der ersten Rennhälfte gestrichen wurden. Insbesondere der Wegfall des Sterrati „Serravalle” könnte die Dramaturgie des Rennens verändern. In der Vergangenheit hatte Tadej Pogačar mit seinem Team den Fahrern in diesem Sektor das Leben so schwer gemacht, dass im nachfolgenden Schotterabschnitt Monte Sante Marie das Peloton auseinandergerissen war und Pogačar so gut wie ohne Gegenwehr angreifen konnte. Das Renngeschehen könnte 2026 ein anderes sein! Das schwere Finale mit den doppelten Überfahrten des Colle Pinzuto und dem sehr steilen Le Tolfe bleibt allerdings bestehen.
Trotz der vermeintlich leichteren Strecke gilt der dreimalige Sieger Tadej Pogačar auch 2026 wieder als Top-Favorit. Zumal der einzige echte Gegner aus 2025, der Brite Tom Pidcock, die Strade Bianche 2026 nach aktuellem Stand auslässt.
Die Strecke von Strade Bianche 2026

IIn der Nähe des Stadions Fortezza Medicea in Siena fällt der Startschuss für das erste italienische WorldTour-Rennen der Saison. Die Strade Bianche bilden den Auftakt einer Trilogie, die mit dem Etappenrennen Tirreno-Adriatico und dem Klassiker Mailand–Sanremo fortgesetzt wird. Nach dem Start führt der Parcours für die ersten zehn Kilometer leicht bergab, ehe die Fahrer den ersten von insgesamt 14 Schotterabschnitten erreichen. Die erste „weiße Straße”, die die Fahrer passieren, ist die Via di Vitrizza, die im Vergleich zu 2025 um zwei Kilometer kürzer ist. Doch fast direkt danach geht es in Bagnaia weiter über Schotter berghoch nach Grotti.
Nachdem die Profis Radda erreicht haben, geht es in den dritten, 4,4 Kilometer langen Schotterabschnitt. Kurz darauf, bei Rennkilometer 40, folgt bereits Sektor 4: „La Piana” ist mit einer Länge von 6,4 Kilometern eine der klassischen „Sterrati” des Rennens und gehört seit der Premiere im Jahr 2007 immer dazu.
Die folgenden rund 30 Kilometer führen über Asphalt. Allerdings müssen die Profis auf diesem Abschnitt den vier Kilometer langen Montalcino-Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von fünf Prozent in Angriff nehmen.
Nach gut 60 Kilometern liegen zwei der schwersten Sektoren dicht hintereinander. Pieve a Salti und Madonna Bosco sind nur durch einen Kilometer Asphalt voneinander getrennt und kommen gemeinsam auf 17,4 Kilometer Schotter. Beide gelten als hart und brechen den Rhythmus, da es kurvig wird und ständig bergauf und bergab geht. Wer hier sein Team vorne fahren lässt, kann im hinteren Teil des Feldes großen Schaden anrichten. Nach diesen Sektoren 5 und 6 fahren die Profis für rund 18 Kilometer über Asphalt, passieren ein zweites Mal die Ortschaft Buonconvento und gelangen über Monteroni d’Arbia zum Sektor Nummer 7 – San Martino in Grania. eingebettet in die Crete Senesi: erst wellig, dann mit einem kurvigen Anstieg zurück auf den Asphalt. Spätestens hier wird klar, wer noch Reserven hat – und wer bereits nur noch reagiert.
Pogacar-Attacke im Sektor „Monte Sante Marie“?
Keine zehn Kilometer später könnte im Sektor „Monte Sante Marie” eine (Vor)Entscheidung fallen. Der anspruchsvollste Schotterabschnitt ist mit 11,5 Kilometern zugleich der längste. Er führt überwiegend bergauf und enthält markante, kurze Steilstücke in Anstiegen und Abfahrten. Wer hier den Anschluss verliert, braucht nicht auf ein Zurückkommen zu hoffen. Es ist gut möglich, dass Tadej Pogačar hier einen Angriff startet.
Das zahlenmäßig schwerste Stück Schotter haben die Profis jetzt hinter sich, aber es folgen noch der doppelte Colle Pinzuto und Le Tolfe.
Über Castelnuovo Berardenga und den kurzen, aber steilen Sektor 8 – Monteaperti erreichen die Profis den rund 50 Kilometer langen Finalparcours.
Finale Strade Bianche: doppeltes Duo aus Pinzuto & Le Tolfe
Dort warten die bekannten Eliminatoren auf Schotter: Die Sektoren Colle Pinzuto – 2,4 Kilometer lang mit Steigungen von bis 15 Prozent – und Le Tolfe mit einer Länge von 1,1 Kilometern. Letzterer beginnt mit einer schnellen Abfahrt und endet in einer brutal steilen Rampe – maximal 18 Prozent.
Nach der ersten Überquerung von Le Tolfe führt die Strecke über die 700 Meter lange Strada del Castagno (Sektor 11). Über Pontignano, Ponte a Bozzone und San Giovanni a Cerreto erreichen die Profis den zwölften Sektor Montechiaro – am Ende schließt sich der Rundkurs in Vico d’Arbia.
Anschließend stehen Colle Pinzuto und Le Tolfe ein zweites Mal an. Spätestens dann ist das Rennen meist endgültig auf eine kleine Gruppe reduziert, ehe es mit etwas mehr als zehn Kilometern Restdistanz zurück nach Siena geht.
Die letzten zehn Kilometer führen auf breiten, geraden Straßen hinunter in die Stadt. Die letzte echte Hürde wartet in der Altstadt: Zur Piazza del Campo geht es nach dem Fontebranda-Tor auf Kopfsteinpflaster bergauf. Das Pflaster ist moderat – die Steigung nicht: durchgehend über zehn Prozent, im steilsten Abschnitt der Via Santa Caterina bis zu 16 Prozent. Eine scharfe Rechtskurve leitet in die Via delle Terme, dann weiter in die Via Banchi di Sotto. Ab 300 Metern vor dem Ziel steigt die Straße leicht an; 150 Meter vor der Linie geht es rechts in die Via Rinaldini – und schließlich auf die Ziellinie.
Die Streckenkarte von Strade Bianche 2026

Die 14 Gravel-Sektoren der Strade Bianche 2026
| Sektor | Name | Rennkilometer | Länge | Schwierigkeit |
| 1 | Vidritta | ca. 10 km | 2,4 km | ★ |
| 2 | Bagnaia | 13,2 km | 4,8 km | ★★★ |
| 3 | Radi | 24,1 km | 4,4 km | ★★ |
| 4 | Luciginano d‘Asso | 62,9 km | 11,9 km | ★★★★ |
| 5 | Pieve a Salti | 75 km | 8,0 km | ★★★★ |
| 6 | San Martino in Grania | 98,7 km | 9,4 km | ★★★★★ |
| 7 | Monte Sante Marie | 117,1 km | 11,5 km | ★★★★★ |
| 8 | Monteaperti | ca. 150 km | 0,6 km | ★★ |
| 9 | Colle Pinzuto | 151,8 km | 2,4 km | ★★★★ |
| 10 | Le Tolfe | 158,1 km | 1,1 km | ★★★★ |
| 11 | Strada del Castagno | ca. 161,5 km | 0,7 km | ★★ |
| 12 | Montechiaro | 175,2 km | 3,3 km | ★★ |
| 13 | Colle Pinzuto | 181,9 km | 2,4 km | ★★★★ |
| 14 | Le Tolfe | 188,2 km | 1,1 km | ★★★★ |

Die Favoriten auf den Sieg bei der Stade Bianche 2026
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Alle 25 Rad-Teams bei Strade Bianche 2026
18 UCI WorldTeams
- Alpecin-Premier Tech
- Bahrain Victorious
- Decathlon CMA CGM Team
- EF Education-Easypost
- Groupama-FDJ United
- Ineos Grenadiers
- Lidl-Trek
- Lotto Intermarché
- Movistar Team
- NSN Cycling Team
- Red Bull – Bora – Hansgrohe
- Soudal Quick-Step
- Team Jayco Alula
- Team Picnic Postnl
- Team Visma | Lease a Bike
- UAE Team Emirates XRG
- Uno-X Mobility
- XDS Astana Team
3 UCI ProTeams – per Ranking qualifiziert
- Cofidis
- Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team
- Tudor Pro Cycling Team
5 Wild Cards
- Bardiani CSF 7 Saber
- Caja Rural-Seguros RGA
- Solution Tech Nippo Rali
- Team Polti Visit Malta
- Unibet Rose Rockets
Grafiken: RCS Sport
Foto: Stefan Rachow
