Die Vuelta a España findet 2026 vom 22. August bis zum 13. September statt. Die dritte Grand Tour des Jahres startet im Fürstentum Monaco und endet in Granada in Andalusien. Dazwischen liegen 21 Etappen mit einer Gesamtlänge von 3.275 Kilometern.
Mit sieben Bergankünften, 58.000 Höhenmetern und insgesamt 41 Zeitfahrkilometern scheint sie die schwerste der drei großen Landesrundfahrten zu sein. Alpecin Cycling hat sich die 21 Etappen im Detail angesehen.
Die 21 Etappen der Vuelta a Espana 2026 im Überblick
1. Etappe | 22. August | Monaco – Monaco | 9 km / EZF

Die Vuelta 2026 beginnt mit einem kurzen Einzelzeitfahren, das vollständig durch das Fürstentum Monaco führt – zum Teil auch auf Abschnitten der Formel-1-GP-Strecke. Der Parcours lebt von Rhythmuswechseln: Enge Kurven, kurze Geraden und viele Stellen, an denen eine saubere Linienwahl und ein kontrolliertes Beschleunigen entscheidend sind, wechseln sich ab. Neben reinen Zeitfahrspezialisten haben auch Puncheure Chancen auf das erste rote Trikot dieser Rundfahrt.
2. Etappe | 23. August | Monaco – Manosque | 215 km

Die erste „Straßenetappe“ ist zugleich die längste des gesamten Rennens: Sie führt über 215 Kilometer vom Fürstentum Monaco ins französische Manosque in der Provence. Zunächst verläuft die Etappe an der Riviera entlang und biegt dann hinter Nizza ins Hinterland ein. Über welliges und verwinkeltes Terrain mit zwei Bergwertungen erreichen die Profis dann über Gréoux-les-Bains und das auf einer Hochebene gelegene Valensol den Zielort Manosque, wo es wohl zum Sprint eines großen Feldes kommen wird.
3. Etappe | 24. August | Gruissan – Font Romeu | 166 km

Der dritte Tag beginnt in Frankreich, genauer gesagt in Gruissan am Mittelmeer, und endet mit der ersten Bergankunft in Font Romeu in den Pyrenäen. Die Etappe verläuft zunächst flach an der Küste entlang und nimmt dann Kurs auf das Gebirge Pyrénées-Orientales.
Nach rund 130 Kilometern wird es bei dieser Vuelta erstmals so richtig steil, wenn die Profis den Col de Mont-Louis, einen Berg der 1. Kategorie, erklimmen müssen. Nach der Passhöhe auf 1.570 Metern folgt eine kurze Abfahrt, ehe die Straße nach Font-Romeu für weitere rund zehn Kilometer ansteigt. Font-Romeu liegt auf einer Höhe von knapp 2.000 Metern und ist im Übrigen ein beliebter Ort für Höhentrainingslager von Radsportlern und Triathleten.
4. Etappe | 25. August | Andorra La Vella – Andorra La Vella | 104 km

Auch am vierten Tag bleibt die Spanien-Rundfahrt im Ausland. Die komplette vierte Etappe führt durch das Fürstentum Andorra in den Pyrenäen. Start und Ziel der nur 104 Kilometer langen Bergétappe ist Andorra-Stadt (La Vella). Nur wenige Kilometer nach dem offiziellen Start beginnt der Anstieg zum Hausberg Andorras, dem Port d’Envalira (1. Kategorie). Über 20 Kilometer lang ist der Anstieg zur Passhöhe auf 2.409 Meter.
Nach einer 25 Kilometer langen Abfahrt beginnt mit dem Collada de Beixalís (1. Kategorie) schon der nächste Anstieg – zwar nur rund acht Kilometer lang, dafür aber um einiges steiler. Genauso steil führt der Parcours nach Ordino hinunter, von wo aus es auf knapp zehn Kilometern auf den Coll d’Ordino (1. Kategorie) geht. Das war der „gröbste Teil geschafft”, denn von dort aus fahren die Profis direkt ins Ziel – allerdings wird dabei der Alto La Comella (3. Kategorie) auch noch mitgenommen. Für die Sprinter wird diese Berg-und-Talfahrt zu einer echten Herausforderung, auch in puncto Karenzzeit, da kaum ein Kilometer flach verläuft.
5. Etappe | 26. August | Falset/Costa Daurada – Roquetes/Terres de L’Ebre | 171 km

Endlich in Spanien! Die fünfte Etappe startet in Falset an der Costa Daurada, einem Küstenstreifen am Mittelmeer in Katalonien. Die Strecke ist zu Beginn leicht wellig, dann wird sie flach, ehe es im letzten Drittel der Etappe noch einmal hügelig wird. Bei rund 120 Kilometern geht es auf und ab – Highlight ist der Puerto de Paüls (3. Kategorie). Von dessen „Gipfel” sind es allerdings noch knapp 25 abfallende und flache Kilometer ins Ziel nach Roquetes. Wenn das Peloton gemäßigt über die letzte Hügelkette fährt beziehungsweise die Teams ihre Sprinter perfekt positionieren, dürfte es am Ende wieder zu einem Sprint kommen.
6. Etappe | 27.August | Alcossebre – Castello | 176 km

Ein Tag, der an der Küste beginnt und auch wieder endet. In den 176 Kilometern dazwischen wird es allerdings hügelig, bergig und staubig. Zunächst klettern die Fahrer auf den Puerto de La Serratella (Kategorie 2), gefolgt vom Coll de la Bandereta (Kategorie 3). Danach gelangen die Fahrer in „Absätzen” abwärts nach Benicàssim ans Meer. Hier läutet der Anstieg zum Las Palmas Desert das Finale ein. Rund zehn Kilometer führt der Parcours auf den Anstieg der 2. Kategorie.
Nach einer Abfahrt nach Benicàssim nehmen die Fahrer erneut Anlauf auf Las Palmas Desert (2. Kategorie), biegen dann aber zum Puerto El Bartolo (1. Kategorie) ab. Im oberen Teil des Schlussanstiegs müssen die Profis einen drei Kilometer langen Schotterabschnitt absolvieren, um die Passhöhe auf 713 Metern zu erreichen. Von dort führt eine schnelle Abfahrt hinunter nach Castellón.
7. Etappe | 28. August | Vall d’Alba – Aramon Valdelinares | 149 km

Die zweite Bergankunft der Vuelta 2026 führt vom Start in Vall d’Alba durch Aragón hinauf zum Ziel in Aramon Valdelinares auf 1.961 Metern Höhe. Nach einem sanften Beginn wird es nach rund 40 Kilometern dann doch anspruchsvoller. Der Puerto El Remolcador und der Alto de Zucaina geben einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Nach einer kurzen Abfahrt steigt die Strecke ab Rennkilometer 100 bis auf einige wenige kurze Zwischenabfahrten ausnahmslos an. Den Auftakt macht der Alto de la Fuente de Rubielos (Kategorie 3).
20 Kilometer später beginnt hinter Mora de Rubielos (1.036 Meter) ein zweigeteilter Schlussanstieg mit knapp 1.000 Höhenmetern. Zunächst klettern die Profis auf den Puerto San Rafael (2. Kategorie), ehe sie nach einer Zwischenabfahrt die restlichen rund zehn Kilometer hoch ins Ziel zur Bergankunft Aramón Valdelinares (1. Kategorie) fahren.
8. Etappe | 29. August | Pucol – Xeraco | 168 km

Auf dem Papier ist es ein Tag für die Sprinter. Der letzte in dieser ersten Grand-Tour-Woche übrigens. Allerdings gibt es gut 25 Kilometer vor dem Ziel mit dem Puerto de Barx – einem Anstieg der 2. Kategorie – eine große Hürde zu überwinden. Fraglich ist, ob die Sprinter-Teams ihre schnellen und explosiven Kapitäne in den anschließenden 20 Kilometern bis zum Zielort Xeraco wieder nach vorne bringen können. Oder setzen sich bergfeste Puncheure und explosive Kletterer gemeinsam an diesem Anstieg ab, sodass es zu keinem Massensprint kommt?
9. Etappe | 30. August | Villajoyosa – Alto de Aitana | 187 km

Zum Abschluss der ersten Woche steht eine schwere Bergetappe mit einem Finale berghoch auf dem Programm. Die Profis müssen auf ihrem Weg von Villajoyosa zum Alto de Aitana an der Costa Blanca sechs Anstiege bewältigen – oder in reinen Daten ausgedrückt sind das 187 Kilometer Strecke mit mehr als 5.000 Höhenmetern. Der Anstieg hoch zum El Miserat (1. Kategorie) nach knapp 70 Kilometern könnte zu einer ersten Zäsur führen. Danach bewegt sich der Parcours für lange Zeit zwischen 600 und 1.000 Metern, bevor es vor dem Finale nochmal bergab geht. Der Schlussanstieg zum Alto de Aitana (1. Kategorie) ist mehr als 25 Kilometer lang. Neben den vielen Höhenmetern könnte auch die Hitze diesen Tag zu einem der härtesten in der Vuelta a España 2023 werden lassen.
10. Etappe | 1. September | Alcaraz – Elche de la Sierra | 184 km

Nach dem ersten Ruhetag könnten Ausreißer auf der 184 Kilometer langen Etappe durch die Provinz Albacete ihre Chance bekommen. Das ständige Auf und Ab mit insgesamt drei Anstiegen der 3. Kategorie ist für die Sprinter-Teams schwer zu kontrollieren. Zudem ist auch die Anfahrt zum Ziel hügelig und wellig, sodass sie keinen gesteigerten Wert auf konzertierte Nachführarbeit legen dürften.
11. Etappe | 2. September | Cartagena – Lorca | 156 km

Eine der typischen „Flach-Etappen“ dieser Spanien-Rundfahrt, die aber eben fast nie topfeben sind. Meist haben die Streckenplaner noch Richtung Ziel ein Hindernis integriert. Dieses Mal ist es knapp 40 Kilometer vor dem Ziel der Anstieg zum Alto del Morrón de Totana. Ist der Anstieg der 3. Kategorie erklommen, führt der Parcours zunächst einen Kilometer wellig weiter, bevor er leicht bergab ins Ziel nach Lorca verläuft.
12. Etappe | 3.September | Vera – Calar Alto | 166 km

Andalusien „begrüßt” die Profis mit einem bergigen Doppelpack. Das bergige Duo aus Alto de Velefique und Calar Alto bildet das Finale der 12. Etappe, die in Vera beginnt und über 166 Kilometer führt. Bevor diese beiden Anstiege der 1. Kategorie zum Schauplatz für den Etappensieg und die Gesamtwertung werden, haben die Profis mit dem Puerto Los Barrancos (3. Kategorie), dem Alto Cóbdar (3. Kategorie) und dem Collado García (2. Kategorie) bereits einige tausend Höhenmeter in den Beinen.
Kurz vor Velefique beginnt dann ein gut 15 Kilometer langer Anstieg zum Alto de Velefique, gefolgt von einer rund 12 Kilometer langen Abfahrt. Schließlich geht es zur Entscheidung über 15 Kilometern an den Hängen des Calar Alto, wo die Bergankunft auf einer Höhe von 2.153 Metern erfolgt.
13.Etappe | 4. September | Almunecar – Loja | 193 km

Die mit 193 Kilometern drittlängste Etappe dieser Spanien-Rundfahrt dürfte eine Sache für kletterstarke Ausreißer werden. Denn mit einem Anstieg der 1. sowie zwei der 2. Kategorie erscheint sie selbst für bergfeste Sprinter zu schwer. Die einzige Möglichkeit für einen Sprint eines reduzierten Feldes bestünde nur darin, dass es lange dauert, bis die Fluchtgruppe des Tages steht. Allerdings dürfte dies bereits am ersten und schwersten Berg des Tages, dem Puerto Los Guájares, rund 20 Kilometer nach dem Start, geschehen.
14. Etappe | 5. September | Jaen – Sierra de la Pandera | 152 km

Die letzte schwere Etappe der zweiten Vuelta-Woche startet in Jaén und endet nach 152 Kilometern mit knapp 4.300 Höhenmetern mit einer Bergankunft an der Sierra de La Pandera – im Übrigen die fünfte Bergankunft bei dieser Grand Tour. Die gesamte Strecke ist ein ständiges Auf und Ab, obwohl es vor dem Gipfel mit dem Puerto de Los Villares und dem Puerto de Locubín nur zwei kategorisierte Berge gibt.
Kurz hinter Valdepeñas de Jaén steigt die Straße dann für mehr als zwölf Kilometer zum Ziel an, wobei die letzten Kilometer besonders steil sind. Vier Kilometer vor dem Ziel beginnt eine rund zwei Kilometer lange Passage mit einer durchschnittlichen Steigung von mehr als 12 Prozent. Zuletzt endete hier 2022 eine Vuelta-Etappe mit dem Sieg von Richard Carapaz.
15. Etappe | 6. September | Palma del Rio – Cordoba | 181 km

Vor dem zweiten Ruhetag erwartet die Profis eine „klassische“ Vuelta-Etappe durch die Sierra Morena. Das Profil der Etappe ist kurvenreich und das Gelände ist, wie der Vuelta-Veranstalter es beschreibt, „leg-breaking terrain“. Es erwarten sie also viele kurze Wellen und kleine Anstiege, die den Rhythmus brechen und zusammen mit der Müdigkeit der Fahrer nach über 2.000 Kilometern sehr schmerzhaft sein können.
Bergfeste Sprinter haben bei diesem Parcours durchaus eine Chance, sofern ihre Teams in der ersten Rennhälfte darauf achten, den Abstand zu den Ausreißern nicht zu groß werden zu lassen. Dann könnte es in Córdoba zu einem Sprint eines ausgedünnten Feldes oder einer reduzierten Gruppe kommen.
16. Etappe | 8. September | Cortegana – La Rabida | 186 km

Dies ist eine der letzten Chancen für die Sprinter bei dieser Grand Tour. Allerdings müssen die endschnellen Männer relativ unbeschadet und mit relativ wenig Rückstand auf eine Ausreißergruppe durch die erste Hälfte der Etappe kommen, die in Cortegana nahe der Grenze zu Portugal startet. Nachdem die erste Hälfte der Etappe, die bei Kilometer eins einen nicht kategorisierten Anstieg verzeichnet, absolviert ist, wird es flach und die Profis steuern auf die Küste zu. Über La Palma del Condado und Mazagón erreichen sie dann die Küste, wo die letzten Kilometer entlang ins Ziel nach La Rábida führen.
17. Etappe | 9.September | Dos Hermanas – Sevilla | 189 km

Die flachste Etappe der Rundfahrt führt die Profis über 189 Kilometer von Dos Hermanas nach Sevilla. Am letzten Sprintertag der Vuelta stellen sich den Profis keine topografischen Hindernisse in den Weg. Somit wird es mit größter Wahrscheinlichkeit zu einem Sprintfinale auf den Straßen Sevillas kommen, bei dem am Ende die Linienwahl und das Timing über Sieg und Niederlage entscheiden werden.
18. Etappe | 10.September | El Puerto de Santa Maria – Jerez de la Frontera | 32 km / EZF

Das zweite Einzelzeitfahren dieser Vuelta führt über 32,5 Kilometer entlang der Küste von Cádiz. Der Start erfolgt im Hafen von Santa María, das Ziel liegt in Jerez de la Frontera, das für seinen Sherry berühmt ist. Charakteristisch für Zeitfahren an der Küste sind offene Passagen und wenige „geschützte“ Abschnitte. Dadurch hat der Wind viele Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Vor den abschließenden Bergetappen könnte dieser Kampf gegen die Uhr noch einmal entscheidenden Einfluss auf die Gesamtwertung haben, denn aufgrund der Länge sind unter den Gesamtklassement-Fahrern auch Abstände von einer Minute und mehr möglich.
19. Etappe | 11. September | Vélez-Málaga – Penas Blancas/Estepona | 205 km

Die vorletzte Bergankunft führt hinauf nach Peñas Blancas an der Costa del Sol. Doch bevor die Fahrer den knapp 20 Kilometer langen Kategorie-1-Anstieg in Angriff nehmen, haben sie an diesem Tag bereits über 185 Kilometer in den Beinen. Besonders der Mittelteil durch die Gebirgslandschaft der Serranía de Ronda mit Anstiegen der 2. und 3. Kategorie könnte, wenn er am Anschlag gefahren wird, richtig Körner kosten.
Im Finale starten die Fahrer auf Meereshöhe in Estepona, überwinden dann 19 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,7 Prozent und sammeln dabei 1.260 Höhenmeter. Zum dritten Mal in der Geschichte wird der Anstieg in Angriff genommen. Zuletzt gewann 2022 hier Richard Carapaz.
20. Etappe | 12. September | La Calahorra – Collado del Alguacil | 187 km

187 Kilometer, mehr als 5.000 Höhenmeter und fünf kategorisierte Anstiege, der letzte davon hoch ins Ziel sogar mit der höchsten Wertung Especial! Das sind die harten Fakten der Königsetappe der Vuelta a España. Wer die Etappe seziert, erkennt, dass sich der Großteil der Kletterei auf die letzten 100 Kilometer verteilt.
Die Profis müssen dabei zweimal über den Alto de Hazallanas (1. Kategorie) sowie dazwischen über den Puerto del Purche (1. Kategorie) fahren, ehe die endgültige Entscheidung um den Vuelta-Gesamtsieg fällt. Der Schlussanstieg zum Collado del Alguacil feiert seine Premiere: Er ist zwar laut Roadbook nur 8,3 Kilometer lang, hat aber im Schnitt eine Steigung von 9,8 Prozent. Kurze Rampen von maximal 21 Prozent brechen zudem den Rhythmus.
21. Etappe | 13. September | Carrefour Granada – Granada | 99 km

Am Finaltag können sich die Puncheure auf der kürzesten Straßenetappe der Vuelta noch einmal zeigen: 99 Kilometer führen durch die maurische Stadt Granada in Andalusien. Als Kulisse dient am Ende der Anstieg zur Alhambra, dem architektonischen und historischen Wahrzeichen Granadas. Die Strecke hat keine Bergwertungen, ist als flach eingestuft, aber aufgrund der wiederholten kurzen, explosiven Belastungen auf dem Stadtkurs werden Sprinter hier kaum eine Chance haben.
Grafiken: © UNIPUBLIC
