Erfolge für die Ewigkeit: Alpecin-Siege bei der Tour de France

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Erst seit der Saison 2015 starten von Alpecin gesponserte Teams überhaupt bei der Tour de France. Aber mit großem Erfolg – in den vergangenen Jahren gab es drei eindrucksvolle Etappensiege bei Grand Boucle. Alpecin Cycling blickt zurück.

Simon Geschke bei der Tour 2015: Ausreißercoup in den Alpen

17. Etappe | Digne-Les-Bains – Pra-Loup| Bergetappe | 161 Kilometer

Eigentlich war Simon Geschke gar nicht für diese Frankreich-Rundfahrt nominiert. Die Saison war bis dahin für ihn auch eine Achterbahn. Nach guten Leistungen bei der Andalusien-Rundfahrt brach er sich bei Tirreno-Adriatico das Schlüsselbein: Erstmal Pause. Es folgte ein guter Giro d’Italia des gebürtigen Berliners. Doch für die Tour war er nur Ersatzmann.

Starten wollte das Team Giant-Alpecin mit Marcel Kittel, um auf Etappenjagd zu gehen. Doch Kittel, der im Vorjahr vier Etappen gewann, war nach einer längeren Krankheitspause noch nicht wieder in Top-Form. Die deutsche Equipe entschied sich für Geschke – er sollte Warren Barguil in den Bergen helfen.

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Geschkes dritte Tour-Teilnahme nach 2009 und 2013. Schon vor seinem legendären Etappensieg war „Simoni“ in Ausreißergruppen vertreten – jedoch ohne Erfolg. Doch seine Beine drehten gut.

In der dritten Tour-Woche sollte es endlich klappen: Geschke – in einer großen Fluchtgruppe zusammen mit Teamkollege John Degenkolb – überraschte seine Mitstreiter nach dem Zwischensprint. Am Fuß des Col d’Allos „stahl“ er sich aus der 16 Mann großen Fluchtgruppe mit Namen wie Andrew Talansky, Thibaut Pinot und Rigoberto Uran davon.

Den Gipfel erreichte Simon Geschke mit gut einer Minute Vorsprung auf Pinot. Geschke sicherte sich dort oben das Souvenir Henri Desgrange. Eine spezielle Prämie, die der Fahrer erhält, der als Erster das Dach der jeweiligen Tour, den höchsten Punkt des Rennens, erreicht.

Während Geschke die Serpentinen des Passes in den Seealpen sauber und schnell herunterzirkelte, stürzte der Franzose Pinot und verlor Zeit.

Video: Zusammenfassung der 17. Etappe der Tour de France 2015

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Mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf die nächsten Verfolger erreichte Geschke den Schlußanstieg. Allerdings plagten ihn Krämpfe. Zum Glück waren es „nur 6,2 Kilometer“ bis ins Etappenziel nach Pra Loup. Talansky kam schnell näher.

Doch Geschke kämpfte sich Meter und Meter in Richtung Ziel. Mit 31 Sekunden auf Talansky überfuhr er die Linie und holte sich den Sieg. Den Erfolg, von dem er träumte, seit dem Augenblick als er mit dem Radfahren begann.

Tom Dumoulin bei der Tour 2016: Sieg auf der Königsetappe

9. Etappe | Vielha e Mijaran – Andorra Arcalis | Bergetappe | 184,5 Kilometer

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Eigentlich sollte Tom Dumoulin vor dieser Tour de France zumindest mit einem Auge auf die Gesamtwertung schielen – so die Idee der sportlichen Leitung seines Teams Giant-Alpecin. Doch bereits auf der ersten bergigen Etappe an Tag sechs dieser Frankreichrundfahrt kam der Niederländer abgeschlagen ins Ziel. Fortan galt es für den „Butterfly of Maastricht“, gute Etappenplatzierungen herauszufahren.

Auf der Königsetappe vom spanischen Vielha e Mijaran nach Andorra Arcalis über 184,5 Kilometern ergriff Dumoulin seine Chance. Mit rund 20 anderen Fahrern setzte er sich bereits am ersten Anstieg des Tages – nur wenige Kilometer nach dem Start – ab.

Video: Zusammenfassung der 9. Etappe der Tour de France 2016

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Die Gruppe des Tages, zu der auch Thibaut Pinot, Rui Costa und Thomas de Gendt gehörten, baute ihren Vorsprung zeitweise auf über zehn Minute gegenüber dem Peloton um das Gelbe Trikot von Chris Froome aus.

Die mittlerweile auf die zehn Mann reduzierte Spitzengruppe erreichte den Schlussanstieg mit genügend Vorsprung und so begannen die taktischen Spielchen. Nach mehreren erfolglosen Attacken seiner Kontrahenten nutzte der Niederländer aus dem Giant-Alpecin seine Chance. 12 Kilometer vor dem Ziel löste er sich von seinen Mitstreitern und fuhr als Solist in strömendem Regen über die Ziellinie auf 2240 Meter.

Tom Dumoulin bei der Tour 2016: Schnellster im Kampf gegen die Uhr

13. Etappe | Bourg-Saint-Andéol – La Caverne du Pont-d’Arc ourg-Saint-Andéol – La Caverne du Pont-d’Arc | Einzelzeitfahren | 37,5 Kilometer

Unter den schlimmen Eindrücken des Terroranschlages am Vortag in Nizza stand der Tour-Tross an diesem 15. Juli 2016. Stille lag über dem Zeitfahr-Parcours der 13. Etappe, der über 37,5 Kilometer von Bourg-Saint-Andéol zur La Caverne du Pont-d’Arc führte.

Der anspruchsvolle wellige Kurs führte zum Teil an der Ardeche entlang und endete mit einem 3,3 Kilometer langen und durchschnittlich 4,9 Prozent steilen Anstieg.

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Dumoulin, amtierender niederländischer Meister im Einzelzeitfahren und WM-Dritter in dieser Disziplin 2014, fuhr einen nie gefährdete Start-Ziel-Sieg heraus. Der Giant-Alpecin-Profi lag bei allen Zwischenzeiten vorne und hatte im Ziel den Zweitplatzierten, Chris Froome, um 1:03 Minuten distanziert.

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