Vorschau: Vuelta a España 2020

19.12.2019
Strecke der Vuelta a Espana 2020
© : A.S.O./Unipublic

Die Spanien-Rundfahrt findet 2020 zum 75 Mal statt. Zum Jubiläum führt die Grand Tour vom 14. August bis zum 6. September über 3245 Kilometer und durch vier Länder – neben ihrem Heimatland Spanien durch die Niederlande, Frankreich und Portugal. Der Parcours ist für Vuelta-Verhältnisse ausgeglichen: Endschnelle Männer haben gar sieben Mal die Chance auf einen Sprint Royal; Zeitfahrer können im Team oder individuell je einmal gegen die Uhr kämpfen; und Kletterer können insgesamt bei sieben Bergankünften der Konkurrenz den Fehdehandschuh hinwerfen. Obwohl die Berge Tourmalet auf Etappe 9 und Angliru am Ende des 15. Tagesabschnitts die Highlights im Kampf ums rote Leader-Trikot darstellen, könnte erst am Tag vor dem Finale in Madrid bei der letzten Bergetappe die Entscheidung um den Gesamtsieg fallen.

Vuelta-Auftakt in den Niederlanden

Los geht es am 15. August mit einem 23,3 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren im niederländischen Utrecht, das auch schon 2015 Startort der Tour de France war. Danach folgen noch zwei weitere Etappen für Sprinter in den Niederlanden, ehe es bereits an Tag vier einen langen Transfer ins Baskenland gibt. Dieser frühe „Umzug“ beschert den Fahrer zusätzlich einen dritten Ruhetag und ist auch der Grund, warum diese Grand Tour bereits am Freitag anstatt wie üblich am Samstag beginnt.

Bergankünfte schon in der ersten Woche der Vuelta

Im Heimatland der Vuelta angekommen, wird dann auch gleich das Gesamtklassement vorsortiert: Am Ende der vierten Etappe wartet mit dem Alto de Arate ein Berg der zweiten Kategorie auf die Fahrer. Nach einer ebenfalls keineswegs einfachen fünften Etappe in deren Verlauf mit dem San Miguel de Aralar ein Berg der ersten Kategorie rund 17 Kilometer vor dem Ziel im Weg steht, wird es dann auf Tagesabschnitt sechs richtig ernst für die Anwärter auf das rote Leadertrikot. Diese führt zum Finale hinauf zu La Laguna Negra de Vinuesa auf 1531 Meter, ein Anstieg der ersten Kategorie.

Am Tag darauf dürfen die Sprinter erstmals auf spanischem Boden um den Etappensieg kämpfen, ehe es auf Etappe neun wieder wellig wird. Im letzten Streckendrittel geht es für das Peloton gleich über drei Anstiege der zweiten und dritten Kategorie, so dass im Zielort Sabiñánigo nach 185,5 Kilometern kein komplettes Feld mehr um den Sieg fighten wird.

Tour-Berg Tourmalet feiert Premiere bei der Vuelta 2020

Erstmals in der Geschichte schicken die Streckenplaner der Vuelta das Peloton auf den mythischen Tour-de-France-Berg Tourmalet. Der mit 2115 Metern höchste Punkt der diesjährigen Spanien-Rundfahrt steht am Ende einer der schwersten, wenn nicht sogar der härtesten Etappe dieser Austragung. Bevor es zum Showdown am Pyrenäenriesen kommt, der 2020 nicht Teil der Frankreich-Rundfahrt ist, überquert das Peloton die französische Grenze und erklettert mit Col d‘ Portalet, Col d’Aubisque und Col d’Soulor drei weitere Giganten aus Stein. Mit Ruhetag zwei folgt dann der verdiente Lohn für die Strapazen.

Kurz und knackig auf Spaniens steilste Stück Angliru

Die zweite Woche der Vuelta geizt auch nicht mit Bergen. Wer mit weniger guten Beinen aus dem Ruhetag kommt, wird bereits auf der zehnten Etappe mit zwei Anstiege der ersten Kategorie mächtig kämpfen müssen, um dran zu bleiben. Gerade bergfeste Puncheure können am Puerto de Orduña 18 Kilometer vor dem Zielstrich die Sprinter abhängen. Diese müssen auch am nächsten Tag kämpfen, da es am Alto de Moncalvillo zur vierten von insgesamt sieben Bergankünften kommt. Dann gibt es kurzes Durchschnaufen. Die schnellen Männer bekommen auf den Etappe 12 und 13 ihre Chance, ehe diese Woche mit Extremen endet. Sozusagen zum Aufwärmen wird am Alto de la A Farrapona um Siege und Plätze gekämpft, ehe einen Tag später am Angliru aller Voraussicht die Vorentscheidung um den Gesamtsieg der Vuelta fallen wird. Zum achten Mal steht das Steilstück auf dem Streckenplan der Vuelta – und allein die Zahlen dieses Anstiegs sind beeindruckend: 12,5 Kilometer lang, im Durchschnitt 10 Prozent steil, in der Spitze 23 Prozent – und das nach über zwei Wochen Radsport auf höchstem Niveau.

Nach dem dritten Ruhetag folgt das erste und einzige Einzelzeitfahren, das jetzt schon für Diskussionen sorgt. Lohnt ein Radwechsel? Denn am Ende des relativ flachen Parcours türmt sich zum Ziel ein Berg der dritten Kategorie auf. Wir dürfen gespannt sein.

Entscheidung bei der Vuelta erst auf der vorletzten Etappe?

Mit 205,8 Kilometern auf welligem Terrain folgt die längste Vuelta-Etappe, ehe das Peloton kurz nach Portugal „absticht“ und die Sprinter noch mal für zwei Tage zum Zug kommen. Für Veränderungen im Gesamtklassement wird die finale Bergankunft dieser Spanien-Rundfahrt sorgen – der 20. Tagesanschnitt führt zum Alto de la Covatilla. Als wäre der Hors Kategorie-Anstieg schon nicht schwer genug, beginnt die bergige Achterbahnfahrt bereits bei Rennkilometer 30 . Ab dann geht es bis ins Ziel hoch und runter. In Madrid endet dann nach dreieinhalb Wochen die Jubiläums-Rundfahrt mit einem Sprint am Palacio de Cibeles.

Die Strecke der Vuelta a España 2020 im Video

Alle Etappen der Vuelta 2020

EtappeDatumStart – ZielDistanzCharakter
114. AugustUtrecht – Utrecht23,3 kmMannschaftszeitfahren
215. August ’s-Hertogenbosch – Utrecht181,6 kmflach
316. AugustBreda – Breda193 kmflach
Ruhetag17. August
418. AugustIrún – Arrate169,5 kmwellig
519. AugustPamplona – Lekunberri151 kmwellig
620. AugustLodosa – La Laguna Negra de Vinuesa163,8 kmbergig (BA)
721. AugustGarray – Ejea de los Caballeros190 kmflach
822. AugustHuesca – Sabiñanigo185,5 kmwellig
923. AugustBiescas – Col du Tourmalet135,6 kmbergig (BA)
Ruhetag24. August
1025. AugustVitoria – Villanueva de Valdegovia160,4 kmwellig
1126. AugustLogroño – Alto de Moncalvillo164,5 kmbergig (BA)
1227. AugustCastrillo del Val – Aguilar del Campo163,6 kmflach
1328. AugustCastro Urdiales – Suances187,4 kmflach
1429. AugustVillaviciosa – Alto de la Farrapona170,2 kmbergig (BA)
1530. AugustPola de Laviana – Alto del Angliru109,2 kmbergig (BA)
Ruhetag31. August
161. SeptemberMuros – Ezaro33,5 kmEinzelzeitfahren
172. SeptemberLugo – Ourense205,8 kmwellig
18 3. SeptemberMos – Porto178 kmflach
19 4. SeptemberViseu – Ciudad Rodrigo177,7 kmflach
205. SeptemberSequeros – Alto de la Covatilla175,8 kmbergig (BA)
216. September La Zarzuela – Madrid125,4 kmflach

BA = Bergankunft

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