Vorschau & Analyse: Vuelta a España 2020

14.10.2020
© : A.S.O./Unipublic

Die Spanien-Rundfahrt soll 2020 zum 75. Mal stattfinden – vom 20. Oktober bis zum 8. November. Corona-bedingt führt die Grand Tour nur über 18 Etappen und knapp 2882,8 Kilometer. Der Parcours bevorzugt bergfeste Allrounder und Kletterer beim Kampf um Etappensiege: Endschnelle Männer haben nur vier Mal die Chance auf einen Sprint Royal; Puncheure und Klassikerjäger können acht Mal auf welligem Terrain ihre Klasse zeigen, und die Kletterer können insgesamt bei 5 Bergetapen der Konkurrenz den Fehdehandschuh hinwerfen. Lediglich der Kampf gegen die Uhr findet ei einziges Mal statt – über 33,7 Kilometern auf Etappe 13 Obwohl die Berge Tourmalet auf Etappe 6 und Angliru am Ende des 12. Tagesabschnitts die Highlights im Kampf ums rote Leader-Trikot darstellen, könnte erst am Tag vor dem Finale in Madrid bei der letzten Bergetappe die Entscheidung um den Gesamtsieg fallen.

Bergankünfte schon in der ersten Woche der Vuelta

Auf der erste Etappe könnte gleich das Gesamtklassement vorsortiert werden, da am Ende mit dem Alto de Arate ein Berg der zweiten Kategorie auf die Fahrer wartet. Nach einer ebenfalls keineswegs einfachen zweiten Etappe in deren Verlauf mit dem San Miguel de Aralar ein Berg der ersten Kategorie rund 17 Kilometer vor dem Ziel im Weg steht, wird es dann auf Tagesabschnitt drei schon richtig ernst für die Anwärter auf das rote Leadertrikot. Diese führt zum Finale hinauf zu La Laguna Negra de Vinuesa auf 1531 Meter, ein Anstieg der ersten Kategorie.

Am Tag darauf dürfen die Sprinter erstmals um den Etappensieg kämpfen, ehe es auf Etappe fünf wieder hoch und runter geht. Im letzten Streckendrittel geht es für das Peloton gleich über drei Anstiege der zweiten und dritten Kategorie, so dass im Zielort Sabiñánigo nach 184,4 Kilometern kein komplettes Feld mehr um den Sieg fighten wird.

Tour-Berg Tourmalet feiert Premiere bei der Vuelta 2020

Erstmals in der Geschichte schicken die Streckenplaner der Vuelta das Peloton auf den mythischen Tour-de-France-Berg Tourmalet. Der mit 2115 Metern höchste Punkt der diesjährigen Spanien-Rundfahrt steht am Ende einer der schwersten, wenn nicht sogar der härtesten Etappe dieser Austragung. Bevor es zum Showdown am Pyrenäenriesen kommt, der 2020 nicht Teil der Frankreich-Rundfahrt ist, überquert das Peloton die französische Grenze und erklettert mit Col d‘ Portalet, Col d’Aubisque und Col d’Soulor drei weitere Giganten aus Stein. Mit dem Ruhetag folgt dann der verdiente Lohn für die Strapazen.

Kurz und knackig auf Spaniens steilste Stück Angliru

Die zweite Woche der Vuelta geizt auch nicht mit Bergen. Wer mit weniger guten Beinen aus dem Ruhetag kommt, wird bereits auf der siebten Etappe mit zwei Anstiege der ersten Kategorie mächtig kämpfen müssen, um dran zu bleiben. Gerade bergfeste Puncheure können am Puerto de Orduña 18 Kilometer vor dem Zielstrich die Sprinter abhängen. Diese müssen auch am nächsten Tag kämpfen, da es am Alto de Moncalvillo zur vierten von insgesamt sieben Bergankünften kommt. Dann gibt es kurzes Durchschnaufen. Die schnellen Männer bekommen auf den Etappe 9 und 10 ihre Chance, ehe diese Woche mit Extremen endet.

Sozusagen zum Aufwärmen wird am Alto de la A Farrapona um Siege und Plätze gekämpft, ehe einen Tag später am Angliru aller Voraussicht die Vorentscheidung um den Gesamtsieg der Vuelta fallen wird. Zum achten Mal steht das Steilstück auf dem Streckenplan der Vuelta – und allein die Zahlen dieses Anstiegs sind beeindruckend: 12,5 Kilometer lang, im Durchschnitt 10 Prozent steil, in der Spitze 23 Prozent – und das nach knap zwei Wochen Radsport auf höchstem Niveau.

Nach dem dritten Ruhetag folgt das erste und einzige Einzelzeitfahren, das jetzt schon für Diskussionen sorgt. Lohnt ein Radwechsel? Denn am Ende des relativ flachen Parcours türmt sich zum Ziel ein Berg der dritten Kategorie auf. Wir dürfen gespannt sein.

Entscheidung bei der Vuelta erst auf der vorletzten Etappe?

Mit 230,8 Kilometern auf welligem Terrain folgt mit Etappe 15 der längste Vuelta-Tagesabschnitt. Für Veränderungen im Gesamtklassement wird die finale Bergankunft dieser Spanien-Rundfahrt sorgen – der 17. Tagesanschnitt führt zum Alto de la Covatilla. Als wäre der Hors Kategorie-Anstieg schon nicht schwer genug, beginnt die bergige Achterbahnfahrt bereits bei Rennkilometer 30 . Ab dann geht es bis ins Ziel hoch und runter. In Madrid endet dann nach knapp drei Wochen die Jubiläums-Rundfahrt mit einem Sprint am Palacio de Cibeles.

Die Strecke der Vuelta a España 2020 im Video

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Alle Etappen der Vuelta 2020

EtappeDatum Start – ZielDistanzCharakter
120. OktoberIrún – Eibar173 kmwellig (BA)
221. OktoberPamplona – Lekunberri151,6 kmwellig
322. OktoberLodosa – La Laguna Negra de Vinuesa166,1 kmbergig (BA)
423. OktoberGarray – Ejea de los Caballeros191,7 kmflach
524. OktoberHuesca – Sabiñanigo184,4 kmwellig
625. OktoberBiescas – Col du Tourmalet136,6 kmbergig (BA)
Ruhetag26. Oktober
727. OktoberVitoria – Villanueva de Valdegovia159,7 kmwellig
828. OktoberLogroño – Alto de Moncalvillo164 kmbergig (BA)
929. OktoberCastrillo del Val – Aguilar del Campo157,7 km flach
1030. OktoberCastro Urdiales – Suances185 kmflach
1131. OktoberVillaviciosa – Alto de la Farrapona170 kmbergig (BA)
121. NovemberPola de Laviana – Alto del Angliru109,4 kmbergig (BA)
Ruhetag2. November
133. NovemberMuros – Mirador de Ezaro33,7 kmEinzelzeitfahren
144. NovemberLugo – Ourense204,7 kmwellig
15 5. November
Mos – Pueblo de Sanabria230,8 kmwellig
166. November Salamanca – Ciudad Rodrigo162 kmwellig
177. November Sequeros – Alto de la Covatilla178,2 kmbergig (BA)
188. November La Zarzuela – Madrid 125,4 kmflach

BA = Bergankunft

Alle Etappenprofile der Vuelta 2020im Überblick

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