Vorschau auf die Ardennen-Klassiker mit Katusha Alpecin-Teamchef José Azevedo

19.04.2019

Nach den flandrischen Klassikern folgen jetzt die Eintagesrennen in den Ardennen. Im Mittelpunkt steht hier das Ardennen Triple aus dem Amstel Gold Race in den Niederlanden sowie dem Flèche Wallone und Lüttich-Bastogne-Lüttich in Belgien. Alle drei Rennen zählen zur WorldTour, wenngleich Lüttich-Bastogne-Lüttich als einzige dieser drei Veranstaltungen ein Monument des Radsports ist. Alpecin Cycling wollte wissen, was an diesen Rennen so besonders ist und hat dazu mit dem General Manager des Profiteams Katusha Alpecin, José Azevedo, gesprochen. 

Steiles und spektakuläres Finale beim Flèche Wallone: 1,3 Kilometer lang und bis zu 20 Prozent steil geht es an der Mauer von Huy dem Ziel entgegen.

Amstel Gold Race: Über 35 Hügel durch die Niederlande

Den Auftakt zum Ardennen-Triple macht das Amstel Gold Race über 263 Kilometer am kommenden Ostersonntag (21. April 2019). Über rund 35 kurze sowie knackige Anstiege durch die Niederlande verläuft das Rennen, das sich von den beiden anderen Ardennen-Klassiker von der Charakteristik stark unterscheidet. „Das Amstel ist zwar ein Rennen mit vielen Hügeln, aber nichts für Kletterer – ganz im Gegensatz zum Flèche oder Lüttich-Bastogne-Lüttich“, erklärt José Azevedo, der alle drei Ardennen-Rennen zu seiner aktiven Zeit als Profi bestritt. „Das Amstel ist für antrittsstarke Rennfahrer und tempofeste Sprinter“, so Azevedo weiter.

Daran hat auch die Änderung des Parcours des Bierrennens – das Amstel ist nach einer niederländischen Brauerei benannt – im vergangenen Jahr nichts geändert. Seit 2017 gibt es eine 16 Kilometer lange Schlussrunde, die über kleinere, schmale Straßen verläuft und so die Kontrolle des Rennens schwierig macht. Das WorldTour-Team Katusha Alpecin setzt in diesem Rennen, das in Maastricht startet und kurz hinter dem Cauberg in Berg en Terblijt endet, auf den Italiener Enrico Battaglin sowie den Australier Nathan Haas, der hier 2017 bereits Vierter wurde.

Flèche Wallone: Langer Endspurt an der steilen Wand von Huy

Am darauffolgenden Mittwoch stehen die explosiven Bergfahrer im Fokus, wenn es beim Flèche Wallone zum Finale die Mur von Huy hinaufgeht. Bis zu 20 Prozent steil ist dieser 1,3 Kilometer lange Schlussanstieg. An dieser Steilwand verausgabt sich jeder Fahrer, der um eine vordere Platzierung kämpft, bis zur völligen Erschöpfung. Azevedo, selbst einmal Fünfter beim Wallonischen Pfeil, erklärt: Der Flèche ist mit knapp 200 Kilometern um einiges kürzer als das Amstel Gold Race und führt über gute, breite Straßen. Die steilen Anstiege, die etwas länger als beim Amstel sind, sorgen im Feld für eine Selektion, die Entscheidung fällt aber letztendlich an der Mur.“ Dieser wohl berühmteste Anstieg aller Eintagesrennen muss im Rennen insgesamt drei Mal bezwungen werden. Katusha Alpecin setzt in diesem Klassiker neben Enrico Battaglin auf den jungen Belgier Stef Cras sowie den Portugiesen Jose Gonçalves.

Lüttich-Bastogne-Lüttich: Das älteste Radsportmonument mit frischem Finale

Das „Beste“ beziehungsweise Schwerste kommt beim Ardennen-Triple zum Schluss – mit Lüttich-Bastogne-Lüttich. Das älteste und wohl auch härteste Monument im Radsport ist die „Mutter aller Klassiker“. Seit 1892 gibt es das Rennen schon und mit seinen 256 Kilometern Länge und zirka 4500 Höhenmeter entspricht es von den Anforderungen einer Königsetappe bei einer dreiwöchigen Landesrundfahrt. „Es verlangt genauso wie der Flèche vom Fahrertyp her Kletterer, die explosiv sind“, erklärt Azevedo. Denn die verhältnismäßig kurzen, aber steilen Cotes und Cols, verlangen kletter- und antrittsstarke Fahrer. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Veranstalter die Strecke etwas verändert. So gibt es nicht mehr den Schlussanstieg in Ans. „Dadurch, dass jetzt die letzten zwei Anstiege entfallen und die letzte Schwierigkeit mit der Côte de La Roche-aux-Faucons 15 Kilometer vor dem Ziel sein wird, wird sich die Taktik der Teams ändern. Es ist gut möglich, dass bei diesem Rennen aus einer kleinen Gruppe heraus um den Sieg gesprintet wird“, sagt Azevedo. Fürs Team Katusha Alpecin werden die Leader, beziehungsweise geschützte Fahrer, beim letzten Frühjahrsklassiker 2019 der Russe Ilnur Zakarin, Fünfter 2016 in Lüttich, Enrico Battaglin und Nathan Haas sein.

Foto: Team Katusha Alpecin / Gettysport

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