Tour-Tagebuch mit Silvan Dillier: Motivation durch Fans und Zuschauer am Berg

Der Schweizer Team Alpecin-Fenix-Profi Silvan Dillier führt während der Tour de France 2021 ein Tagebuch auf Alpecin Cycling. Heute schreibt der Schweizer Meister darüber, welche gute Erinnerungen er an den Col du Tourmalet hat und wie ihm die Fans über den Berg „helfen“.

„So, die Pyrenäen liegen hinter uns und Paris ruft. Es ist nicht mehr weit bis zum großen Finale auf den Champs Élysées, aber ich will trotzdem auf die spektakuläre Pyrenäen-Etappen zurückblicken. Was mich, meine Teamkollegen und ich glaube alle Fahrer immer wieder beeindruckt, ist das Publikum am Straßenrand. Die vielen Fans, die uns anfeuern und die Tour auch zu dem machen, was sie letztendlich ist. Das größte Freiluftspektakel des Sports mit der größten Freiluftbühne des Sports. Wenn Zuschauer am Straßenrand stehen und einen anfeuern, egal an welcher Position man auch gerade liegt, dann pusht das einen schon und zaubert einem auch oft ein Lächeln ins Gesicht; obwohl Beine und Lunge brennen. Ich kann jedem nur empfehlen, sich eine Tour-de-France-Etappe einmal live anzuschauen, um diese Stimmung aufzusaugen.

In den Pyrenäen oder Alpen ist solch ein Logenplatz natürlich viel viel schöner, weil man sich zum einen inmitten einer imposanten Bergwelt befindet, zum anderen natürlich viel mehr Zeit bleibt die Fahrer zu sehen, da sie oftmals einzeln an einem vorbeifahren.

Auf Etappe 18 sind wir den Col du Tourmalet hochgefahren, wohl mit der bekannteste Berg der Tour de France. Ich mag diesen Berg, denn ich verknüpfe damit auch immer ganz gute Erinnerungen.

Auf der dritten Etappe der Route du Sud bin ich 2017 das erste Mal über den Tourmalet gefahren – zusammen mit Richard Carapaz und Rigoberto Uran. Und konnte auf der Etappe meine Gesamtführung bei diesem viertägigen Rennen behaupten, dass ich am Ende auch gewann. Das bleibt einem natürlich schon im Gedächtnis haften und ich habe auch am Donnerstag wieder daran denken müssen, als wir den Berg hoch geklettertt sind.

Duplizität der Ereignisse – damals wie heute war ich mit Rigoberto Uran in der Gruppe, allerdings nicht an sondern hinter der Spitze, da Uran in den Pyrenäen nicht mehr so stark war als noch in den Alpen und am Ventoux.

Das zeigt einmal mehr, dass die Tour in der dritten Woche auch Überraschungen bereithält. Apropos Überraschungen: Auf der heutigen 19. Etappe kann auch wieder alles passieren. Hier vorauszusagen, ob es letztendlich zu einem Massensprint in Libourne kommt oder eine Ausreißergruppe das Rennen unter sich ausmacht, ist reine Kaffeesatzleserei. Wir sind auf jeden Fall für jeden Fall gerüstet.“

Foto: mr.pinko/Stefan Rachow,

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