Saisonrückblick 2019: Die Überraschungssieger

07.01.2020

Foto: Stefan Rachow

Nicht immer sind Radrennen vorhersehbar und oft haben nicht einmal Experten den späteren Sieger auf der „Rechnung“. Alpecin Cycling blickt auf die überraschendsten Siege(r) der Saison 2019 zurück – mit Videoclips der Protagonisten.

Albert Bettiol überrascht bei der Flandern-Rundfahrt

Keinen Sieg als Profi hatte der Italiener Alberto Bettiol bislang eingefahren. Lediglich ein zweiter Platz bei den Bretagne Classic und Platz drei bei der Polen-Rundfahrt – beides aus dem Jahr 2016 – waren vor der 103. Ronde van Vlaanderen seine Podiumsplatzierungen. Doch die Saison 2019 sollte für den „Rückkehrer“ – vormals BMC-Team – anders werden. Mit einem vierten Platz E3 BinckBank Classic ließ der EF Education-Fahrer, der bereits von 2014 bis 2017 im Team von Johnson Vaughters fuhr, aufhorchen. Und dann kam der große Tag in Flandern als sich Bettiol am Oude Kwaremont rund 19 Kilometer vor Ziel einfach so davonstahl und nicht mehr einzuholen war. Wie Bettiol selbst zugibt, hat er vor der Saison ein wenig mehr als sonst auf sein Gewicht geachtet, was für den Liebhaber von italienischen Nudeln – sein Spitzname ist“ Mamma di Pasta“ – nicht immer einfach gewesen war.

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Mathieu van der Poels Aufholjagd beim Amstel Gold Race

Es schien schon alles verloren. Einerseits attackierte Mathieu van der Poel vermeintlich zu früh: am Gulperberg rund 45 Kilometer vor dem Ziel. Keiner wollte mitfahren oder -führen und so wurde der Niederländer kurze Zeit später wieder gestellt. Die Attacke von Julian Alaphilippe am nächsten Anstieg konnte er nicht mitgehen. Andererseits hatte das Führungs-Duo mit Alaphilippe und Jakob Fuglsang schon knapp über eine Minute Vorsprung auf den 24-jährigen Cyclocross-Weltmeister. Doch der setzte nochmal alle Reserven frei. Der Corendon-Circus-Profi fuhr wie entfesselt. Sekunde um Sekunde schrumpfte der Rückstand bis er auf der Zielgeraden in Sichtweite der Führenden – zu denen sich zwischenzeitlich Michał Kwiatkowski gesellte – kam. Mit einem irren langen Sprint über 350 Meter schoss van der Poel an den drei Spitzenreitern noch vorbei und sicherte sich im Jubel seiner Landsleute den Sieg beim Amstel Gold Race. Sein bislang wichtigster Erfolg auf der Straße.

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Edelhelfer Cesare Benedetti gewinnt Giro-Etappe

Kaum einem Fahrer ist der Sieg mehr zu gönnen als Cesare Benedetti vom Team BORA-hansgrohe. Der fleißige Helfer, der sich immer in den Dienst seiner Teamkollegen gestellt hatte, erlebte seinen großen Tag auf der 12. Etappe des Giro d‘Italia. Auf der ersten Bergetappe der Italien-Rundfahrt nutzte er seine „freie Rolle“ und griff an. Obwohl er zwischenzeitlich aus der Spitzengruppe zurückgefallen war, kämpfte sich der kleine Italiener zurück und gewann am Ende nach 158 Kilometern in Pinerolo den Sprint einer fünfköpfigen Gruppe. Für den 32-Jährigen war es der erste Sieg in seiner über zehnjährigen Karriere als Profi.

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Mike Teunissen sprintet bei der Tour ins Gelbe Trikot

Alles war vorbereitet. Der niederländische Top-Sprinter Dylan Groenewegen aus dem Team Jumbo-Visma sollte den erste Sprint Royal der Tour de France gewinnen. Bei der Auftaktetappe in Brüssel siegen und sich das Gelbe Trikot holen. Doch es kam alles ganz anders. Groenewegen stürzte wenige 100 Meter vor dem Ziel. Sein Anfahrer Mike Teunissen schaltete schnell, nutzte die Chance und rang Peter Sagan und Caleb Ewan im Spurt nieder. So durfte sich der 26-Jährige als erster Niederländer seit 1989 Jahren Gelb überstreifen. Als „Zugabe“ holte sich Teunissen am nächsten Tag noch mit seiner Equipe den Etappensieg beim Mannschaftszeitfahren und durfte das Maillot Jaune einen weiteren Tag tragen.

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Neo-Profi Remco Evenepoel gewinnt Clásica San Sebastián

Im Jahr 2018 holte der damals noch 18 Jahre alte Belgier die Weltmeistertitel bei den Junioren im Straßenrennen und Zeitfahren. Während andere noch in der U23-Klasse versuchen sich zu etablieren, bekam Remco Evenepoel gleich die Chance in der WorldTour bei Deceuninck-Quick Step mitzufahren. Mit unglaublichem Erfolg. Er gewann die Gesamtwertung der Belgien-Rundfahrt. Doch was er dann an diesem heißen Tag im August um San Sebastian zeigte, war sein absolutes Meisterstück. Kurz vor dem letzten Anstieg des Tages setze er sich aus dem Feld ab und ließ dann am supersteilen Tontorra-Anstieg Tom Skujins einfach stehen. Der Neo-Profi konnte den Vorsprung bis ins Ziel halten und gewann das spanische WorldTour-Rennen mit 38 Sekunden Vorsprung auf Greg van Avermaet. Als Zugabe wurde Evenepoel im Zeitfahren Europameister und belegte bei der Weltmeisterschaft Platz zwei in dieser Disziplin.

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Däne Mads Pedersen holt sich den Weltmeistertitel im Regenrennen

Nicht gerade unbekannt war der Däne Mads Petersen vor den Weltmeisterschaften in Yorkshire. Schließlich hatte er bereits 2018 den zweiten Platz bei der Flandern-Rundfahrt und auch im selben Jahr den Herbstklassiker Tour de l’Eurométropole – vormals Circuit Franco Belge – eindrucksvoll gewonnen. Allerdings zählte der 23-jährige Trek-Segafredo-Profi nicht zum Favoritenkreis bei diesem Welttitelkämpfen; und selbst als klar war, dass sich der Sieger aus der Dreiergruppe um ihn, Matteo Trentin und Stefan Küng kommen würde, gab es niemanden, der auf Pedersen gesetzt hätte. Galt doch Trentin als der Sprinter. Doch Pedersen wartete ab bis Trentin den Sprint eröffnete und zog dann an dem Italiener, dem die Beine „einschliefen“ vorbei. Nach sechseinhalb Stunden und bei Regen und Kälte. Den Grundstein seines Erfolgs legte Pedersen 50 Kilometer vor dem Ziel, als er sich aus dem Feld absetzte und zur Spitzengruppe aufschloss.

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Bauke Mollemas erfolgreiches Solo bei der Lombardei-Rundfahrt

Es war der vorletzte Anstieg der Lombardei-Rundfahrt. Der Niederländer Bauke Mollema erhöhte am Civiglio ganz langsam, aber gewaltig das Tempo und wurde immer schneller. Diese crescendoartige Beschleunigung reichte dem Trek-Segafredo-Profi letztendlich, um aus der Spitzengruppe heraus- und seinen bislang größten Sieg einzufahren. Zeitweise schien es, als kämen die Verfolger wieder heran. Doch Mollema hielt die Pace hoch und konnte die Soloflucht mit 16 Sekunden Vorsprung auf Alejandro Valverde erfolgreich vollenden. Umso erstaunlicher ist der Erfolg, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz neben Valverde aus dem aktuellen Tour-Sieger Egan Bernal sowie Lüttich-Bastogne-Lüttich-Gewinner Jakob Fuglsang und dem WM-Dritten des Vorjahres Michael Woods bestand. Und dass dieser Erfolg erst der 13. Sieg des Niederländers in seinem 13 Jahr als Profi war.

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