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Ex-Radprofi Jörg Ludewig blickt zurück auf seine Starts bei der Lombardei-Rundfahrt

07.10.2021

Blick zurück – Ex-Radprofi Jörg Ludewig erinnert sich mit gemischten Gefühlen an seine Premiere im Trikot des Saeco-Teams und die weitere Teilnahme an der Lombardei-Rundfahrt. Das italienische Rennen ist nicht nur das fünfte Monument des Radsports, sondern auch eines der ältesten und interessantesten Wettbewerben im Straßenradsport.

„Il Lombardia“ – oh ja, das war wunderschön. Aber doch so lang her – um die 20 Jahre glaube ich. Wenn ich mich recht entsinne, debütierte ich beim „Rennen der fallenden Blätter“ in meinem ersten Profijahr bei Saeco – also im Jahr 2000. Und Il Lombardia war in dieser Saison mit 270 Kilometern inklusive Neutralisation ein echter Riemen, wie wir Radprofis zu überlangen Rennen sagen.

Leider waren wir in dem Jahr nicht wirklich wettbewerbsfähig bei solch einem schönen Rennen, was sicher aber auch dran lag, dass man mit Chris Brandt, Danny Pate, Alessandro Guerra, Igor Pugaci und mir quasi nur Newcomer an die Startlinie gestellt hatte.

Unser Saeco-Kapitän für den Tag, der moldawische Bergfloh Igor Pugaci, kam am Ende nur zwei Plätze vor mir rein und konnte die Kohlen auch nicht aus dem Feuer holen. „Un desastro…“ – klingt im italienischen irgendwie lieblicher, wenngleich es dasselbe meint.

Platz 43 für ihn und Rang 45 für mich. Die Stimmung war also am Ende bei zwei Finishern und keinem Top-25-Platz nur bei den Fahrern gut – und das auch nur, weil die Saison vorbei war und der Urlaub vor der Tür stand. 

Nicht wirklich befriedigend, aber für mich ein erstes tolles Erlebnis über diese Distanz bei typisch italienischem Spätsommerwetter. Es war der 21. Oktober, bei früheren und späteren Austragungen hat es rund um Como auch schon mal geschneit. 

Ein Jahr später war ich dann zum letzten Mal dort am Start. Dieses Mal lief es für unsere Team besser – Mirko Celestino kam immerhin auf Platz 15. Um ihn zu positionieren, hatten meine Teamkollege und ich uns ziemlich aufgeraucht, wurden logischerweise im Finale abgehängt und haben uns daher die letzten Hügel gespart und sind direkt ins Ziel gefahren.

Warum ich dort nie wieder gefahren bin? Das Rennen ist am Ende echt (zu) hart für mein Körpergewicht. Die Höhenmeter gepaart mit dem schweren Finale – ich sag nur Muro di Sormano mit 25 Prozent Steigung – waren einfach auf dem Level für Fahrer mit 75 Kilogramm nicht erfolgversprechend. Daher bin ich im Herbst quasi immer die flacheren Klassiker wie Paris -Tours gefahren. Schade eigentlich, denn die Lombardei-Rundfahrt ist ein wunderschönes Rennen mit einem tollen Panorama und bis heute ein großes Event – nicht nur für Radsport-Italien.“

Foto: Roth-Foto

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