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Festive 500: Die besten Trainings-Tipps für Radfahrer

Festive 500: Die Besten Trainings-Tipps Für Radfahrer

Weihnachten steht vor der Tür und damit zum neunten Mal die Festive 500 – die Herausforderung für Rennradfahrer. Dabei gilt es, zwischen Heiligabend und Silvester 500 Kilometer draußen „runterzuschrubben“ und das auf Strava zu belegen. Mit welcher Taktik erfährst Du hier.

Alpecin Cycling hat den Blogger Boris Odendahl von unterlenker.com gefragt, wie er die 500 Kilometer absolviert: Der 44-jährige Rennradfahrer (Foto unten) aus dem saarländischen Merzig besitzt den B-Trainerschein und hat zur Festive 500 eine lang andauernde Beziehung.

Boris, wie bist Du zur Festive 500 gekommen?
Zum einen wollte ich damals – ich glaube, es war 2011 oder 2012 – die chice Kaffeemaschine gewinnen. Zum anderen hatte ich eine Kolumne von Sascha Lobo gelesen, in der er schrieb, dass wir alle das Internet selbst mitgestalten sollen. Das habe ich versucht, miteinander zu verbinden. 

Und?
Das mit der Kaffeemaschine hat nicht geklappt. Fürs Bloggen waren diese Festive die Initialzündung. Seitdem gibt es meinen Blog unterlenker.com.

Schreibst Du Dir einen Plan – also wie im Trainingslager? Nachdem Motto wie viele Kilometer und welche Tour fahre ich an welchem Tag?
Die Struktur ergibt sich eigentlich fast von selbst. Die Festive 500 dauert 8 Tage, vom 24. bis zum 31. Dezember. Von diesen acht Tagen ziehe ich die Tage mit Familienverpflichtungen ab und die Tage, an denen ich arbeiten muss. Dieses Jahr habe ich 6 Tage zur Verfügung, macht pro Tag genau 83,3 Kilometer. Die nächste Variable ist das Wetter. Wenn es gut ist, fahre ich etwas mehr, wenn es besonders schlecht ist, fahre ich weniger. Aber 80 Kilometer gehen eigentlich immer.

Wie feist Du Dich vor Durchhängern?
Wenn es passt, verabrede ich mich und fahre mit Vereinskollegen und Freunden. Das ist dann oft jeden Tag in wechselnder Zusammensetzung, da jeder andere Pläne und Zeitbudgets hat. Wenn jemand wartet und man verabredet ist, “muss” man ja raus. Dann kann man ja unmöglich kneifen! Ansonsten muss man bei besonders schlechtem Wetter einfach den Kopf ausschalten und die Tour durchziehen. Und wenn es besonders schlecht ist, ist die “Story” natürlich auch besonders gut! Bei Sonne könnte es ja jeder!

Überlegst Du Dir Abkürzungen beziehungsweise Chickenways, falls es mal nicht so läuft?
Abkürzen und Änderungen an der Strecke gibt es oft, klar. Meist fahre ich spontan und entscheide unterwegs, wo es lang geht. Allerdings versuche ich auch, bei jeder Tour während der Festive 500 in eine andere Richtung zu fahren. Um die 500 Kilometer vollzumachen, gibt es aber leider keine Abkürzung. 500 Kilometer sind 500 Kilometer!

Fährst Du mit einem Kumpel oder auch mal in der Gruppe, um schnell und energiesparend Kilometer zu sammeln?
Oft fahren wir in einer kleinen Gruppe. Das dient aber mehr der Unterhaltung und der Ablenkung als dem Erhöhen der Geschwindigkeit durch Windschattenfahren. Keine Paceline im Dezember!

Training für die Festive 500

Du bist selbst auch Trainer. Würdest Du die Festive 500 bei einem Athleten als Training einsetzen?
Durchaus. Die Festive 500 sind ein guter Anlass und auch ein guter Zeitpunkt in der Saison, um einen ausgedehnten Grundlagenblock im Training einzubauen. Bei den Möglichkeiten, die die Radbekleidung heute bietet, ist schlechtes Wetter ja auch kein Hinderungsgrund mehr.

Gibt es aus Deiner Sicht Verbesserungspotenzial bei der Festive 500?
Die Festive 500 ist, so wie sie ist, einwandfrei. Die Distanz ist genau richtig, um auch von Jedermann-Radfahrern bewältigt werden zu können und natürlich ist es eine schöne runde Zahl. Zu einer Zeit, in der man meist versucht im Warmen zu bleiben, und Sport durch Festessen und Plätzchen konsumieren ersetzt wird, ist die Festive 500 genau die richtige Herausforderung – nicht zu ambitioniert, dass man es gar nicht erst versuchen würde, aber auch nicht zu einfach, dass es eben keine Herausforderung mehr wäre. Und zu wissen, dass Tausende von Radfahrern gerade das Gleiche machen, macht es noch faszinierender. Insofern alles gut!

Noch ein abschließender Tipp?
Klar, möchte man am Ende den Aufnäher für die gefahrenen 500 Kilometer bekommen. Was für mich aber viel mehr zählt, sind die Geschichten, die man nachher erzählen kann. Vor einigen Jahren hatten wir mal eine gebrochene Rippe, wir hatten Schnee, Regen und richtig schlechtes Wetter, aber auch schon “easy rides”. Und man sollte sich selbst und die Festive 500 auch nicht zu ernst nehmen. Wenn es nicht reicht, reicht es nicht. Auch nicht schlimm! 

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