Wer gewinnt Rosa? Die Favoriten auf den Giro d’Italia Sieg 2021

Der Giro d‘Italia ist in diesem Jahr erstklassig besetzt. Neben Egan Bernal und Simon Yates wollen auch starke Kletterer wie Mikel Landa und Emanuel Buchmann und Dan Martin um Rosa kämpfen. Denn eines ist sicher: Dieser Giro wird in den Bergen entschieden. Wer welche Chancen besitzt, hat Alpecin Cycling analysiert.

Egan Bernal | INEOS Grenadier | 24 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: –
Beste Giro-Platzierung: –
Ist er topfit oder kämpft er noch mit seinen Rückenschmerzen? Die Frage kann nur der kolumbianische Tour-Sieger von 2019 selbst beantworten. Sein Einstieg in die Saison war erfolgsversprechend, aber er cancelte die Tour of the Alpes, um noch einen Trainingsblock in seiner Heimat einzulegen. Auf jeden Fall kann das 24-jährige Ausnameathlet auf das mit Abstand stärkste Team vertrauen. Mit Ivan Sosa, Pavel Sivakov, Jonathan Castroviejo, Daniel Martinez und Gianni Moscon sowie Filippo Ganna stehen im Aufgebot Fahrer, die für einen Etappensieg gut sind. Und – sollte Bernal ausfallen – mit Sivakov und Sosa auch zwei Profis, die um eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung kämpfen können.

Mikel Landa | Bahrain – Victorious | 31 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 5
Beste Giro-Platzierung: 3. (2015)
Mit dem Giro hat der Spanier noch eine, ach was, zwei Rechnungen offen. 2015 musste er für seinen damaligen Astana-Teamkollegen Fabio Aru „zurückstecken“ – ohne dass dieser am Ende die Rundfahrt gewann. 2017 begrub er ein Massencrash im Feld durch ein Motorrad früh seine Hoffnungen auf einen guten Platz in der Gesamtwertung begraben. Landa, damals im Sky-Trikot, gewann aber trotzdem eine schwere Bergetappe und kam bei zwei weiteren aufs Podium. Der 31Jährige kommt in exzellenter Form zum Giro; bei Tirreno-Adriatico, stand er bereits auf dem Podium. Unterstützung bekommt er in den steilen Finals von seinem Landsmann Pello Bilbao, der im vergangenen Jahr beim Giro Fünfter wurde.

Simon Yates | Team BikeExchange | 28 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 3
Beste Giro-Platzierung: 8. (2019)
Kann Simon Yates jetzt Giro? Viele erinnern sich sicher an seine Parforce-Ritte beim Giro 2018, als er das Rennen bis in die Schlusswoche dominierte, drei Etappensiege holte und 13 Tage das Rosa Trikot trug – und dann komplett einbrach. Yates wird sich zügeln müssen, obwohl ihm natürlich die ersten Etappen mit Klassikerfinals und Bergeinkünften durchaus liegen werden und er sich hier früh Rosa überstreifen könnte. Doch der Brite wird gewarnt sein und alles dafür tun, um nach dem Sieg bei der Vuelta 2018 seine zweite Grand Tour zu gewinnen.

Emanuel Buchmann | BORA-hansgrohe | 28 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: –
Beste Giro-Platzierung: –
Neuland betritt der einzige deutsche Fahrer, der im Gesamtklassement eine Rolle spielen kann. „Emu“ steht das erste Mal beim Giro am Start, da der Parcours seinen Kletterfähigkeiten in diesem Jahr viel mehr entgegenkommt, als die Tour mit den vielen Zeitfahrkilometern und Klassikeretappen. Sein Vorteil: Er kann seine Top-Leistungen über drei Wochen beständig abrufen und das wird ihm besonders in der letzten schwierigen Woche entgegenkommen. Auch wenn Top-Resultate in 2021 bislang ausblieben, lief die Vorbereitung für den 28-jährigen Deutschen sehr gut.

Daniel Martin | Israel Start-Up Nation | 34 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 2
Beste Giro-Platzierung: 57. (2010)
Daniel Martin will es wissen und beim Giro am Ende weit vorne landen. Das hat der Ire mit seinem vierten Platz bei der Vuelta 2020 endlich bewiesen. Dieses Resultat gibt dem 34-Jährigen das nötige Selbstvertrauen für den Giro – und ohne Sturz kann Martin auch das Podium in Mailand anpeilen. Er liebt steile Etappen. Gut, dass er so viel Selbstbewusstsein besitzt, denn große Unterstützung wird er im Team in den Bergen nicht erfahren. Einzig Alessandro de Marchi hat das Potenzial im Hochgebirge an seiner Seite zu bleiben.

George Bennett | Jumbo Visma | 31 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 2
Beste Giro-Platzierung: 8. (2018)
Jumbo Visma geht in diesem Jahr einen neuen Weg und schickt die Edelhelfer von Primož Roglič als Kapitäne in die Grand Tours Giro und Vuelta. Während Sepp Kuss der Kapitän bei der Vuelta sein soll, darf George Bennett beim Giro auf eigene Rechnung fahren. Somit bekommt der Neuseeländer auch noch die Chance, sich perfekt auf das Straßenrennen der Olympischen Spiele vorzubereiten. Das Team, das ihm bei der Italien-Rundfahrt zur Seite steht, wird ihm jedoch im Hochgebirge nicht wirklich helfen können.

Remco Evenepoel | Deceuninck – Quick Step | 21 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: –
Beste Giro-Platzierung: –
Es ist eigentlich nicht fair, den jungen Belgier in einer Linie mit den Favoriten aufs Rosa Trikot aufzuzählen. Aber er hat eine Erwähnung verdient. Ein Jahr zurückgerechnet galt der Deceuninck – Quick Step-Profi als Anwärter für das Rosa Trikot. Aber nach Aussagen seines Teams wäre es schon ein großer Erfolg, wenn Evenepoel 2021 nach seinem schweren Sturz bei der Lombardei-Rundfahrt und der langen Rekonvaleszenz den Giro überhaupt beendet. Mit João Almeida und Fausto Masnada schickt Deceuninck – Quick Step zwei Fahrer ins Rennen, die auch Akzente setzen und am Ende in die Top Ten fahren können.

Aleksandr Vlasov | Astana – Premier Tech | 25 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 1 (2020)
Beste Giro-Platzierung: DNF
Sein Giro-Debüt im vergangenen Jahr war bereits nach zwei Tagen beendet. Eine Erkrankung warf den jungen Russen aus dem Rennen, der 2018 den Baby-Giro gewann und den Corsa Rosa liebt. Mit Platz zwei bei Paris-Nizza und Platz drei beider Tour of the Alps ist der 25-Jährige gut gerüstet, um eine Top Fünf-Platzierung anzupeilen. Und mit den Routiniers und Grand Tour erfahrenden „Recken“ Gorka Izagirre und Luis Leon Sanchez hat er starke Helfer an seiner Seite.

Hugh Carthy | EF Education – Nippo | 26 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 3
Beste Giro-Platzierung: 11. (2019)
Der 26-jährige Brite, der erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag verlängerte, ist der Shooting Star am Grand Tour-Himmel. Mit Platz drei bei der Spanien-Rundfahrt im vergangenen Herbst zeigte der Brite, was er zu leisten vermag und, dass er auch in der dritten Woche noch mit den Besten mithalten kann. Dass lange steile Anstiege dem EF-Nippo -Profi nichts ausmachen, bewies er eindrucksvoll, als er die Etappe auf den Angliru gewann.

Marc Soler | Movistar Team | 27 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: –
Beste Giro-Platzierung: –
Mit einem Etappensieg bei der Tour de Romandie und einem vierten Platz in der Gesamtwertung, fährt der Spanier zum Giro. Dort feiert der 27 Jahre alte Spanier sein Debüt. Bei der Italien-Rundfahrt ist er auch erstmals Kapitän einer Grand Tour. Unterstützung erhält Soler, der von seinem Fahrstil und Aussehen an Miguel Indurain erinnert, von einem interessanten Youngster – dem US-Amerikaner Matte Jorgenson. Der 21-Jährige, der seine allererste dreiwöchige Landesrundfahrt bestreitet, steht auch für den Umbruch im Team Movistar.

Jai Hindley | Team DSM | 25 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 2
Beste Giro-Platzierung: 2. (2020)
Die Überraschung des vergangenen Giros will auch 2021 in der Gesamtwertung vorne mitmischen. Unterstützt wird der junge Australier, dessen Vorbereitung nicht optimal verlief, durch Neuzugang Roman Bardet, der zwei Mal auf dem Podium bei der Frankreich-Rundfahrt stand. Auch wenn das Team eine vordere Platzierung im Blick hat ist es mit dem deutschen Sprinter Max Kanter, Nicolas Roche und Nico Denz breit aufgestellt und kann auch auf Etappensiege fahren.

Vincenzo Nibali | Trek – Segafredo | 36 Jahre

Bisherige Giro-Teilnahmen: 9
Beste Giro-Platzierung: 1. (2013 & 2016)
Wird der Hai von Messina rechtzeitig fit für den Giro? Nach einer Fraktur des Handgelenks muss sich der Trek-Segafredo-Kaptiän bei seiner sehr wahrscheinlich letzten Teilnahme in Geduld üben. Was einem Routinier wie Nibali, der im November 37 Jahre alt wird, entgegenkommt, ist die schwere Schlusswoche. Diese erinnert ein wenig an 2016 als er auf nur zwei Etappen einen großen Rückstand wettmachte und so zum zweiten Mal nach 2013 seine Heimatrundfahrt gewann. Unterstützt wird er von einem Team mit kletterstarken Fahrern wie Bauke Mollema, Giulio Ciccone und Gianluca Brambilla.

Foto: RCS Sport / LaPresse

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