Events 2024: Rad-Marathons und Gran Fondos auf den Spuren der Tour de France

08.11.2023

Die L‘Etape du Tour ist fast jedem Hobbyradsportler ein Begriff. An einem Tag im Jahr dürfen Jedermänner im Juli eine Original-Etappe der Frankreich-Rundfahrt fahren – zumeist in den Alpen. Doch es gibt noch weitere spannende Gran Fondos, Rad-Marathons sowie Jedermann-Rennen, die über die spektakulären Berge und Straßen der Tour de France führen. Alpecin Cycling zeigt die schönsten und interessantesten Veranstaltungen im Überblick:

Le Galibier Challenge

Datum: 2. Juni 2024
Start – Ziel: Saint Michel de Maurienne – Col du Galibier (Saint Michel de Maurienne)
Strecken: 115 km / 335 hm, 35 km / 2100 hm
Tour de France-Anstiege: Cols de Beau Plan | Col du Télégraphe | Col du Galibier

Der Name allein erzeugt schon Gänsehaut. Ist er doch einer der Mythen aus Stein, den schon Generationen von Tour de France-Teilnehmern erklommen haben. Erstmals im Jahre 1911. Seitdem war die Frankreich-Rundfahrt mehr als 60-mal auf dem 2642 Meter hohen Alpenpass. Zuletzt, im Jahr 2022, wurde der Galibier gleich zwei Mal „überfahren“. In 2024 ist der Alpen-Riese Teil der 4. Tour-Etappe am 2. Juli.

Die Le Galibier Challenge ist im französischen Jedermann-Kalender das erste Event im Hochgebirge und führt auf der langen Strecke über Cols de Beau Plan, Col du Télégraphe mit Ziel auf dem Col du Galibier. Das Doppelpack aus Télégraphe und Galibier summiert sich zu einer Kletterpartie von über 30 Kilometer und mehr als 2000 Höhenmeter.

Aus Sicherheitsgründen wird die Zeit oben am Col du Galibier gestoppt – nach insgesamt 78 Kilometern auf der langen Strecke. Danach wird über den Télégraphe zum Zielort Saint Michel de Maurienne im freien Tempo abgefahren. Die Distanz von 110 Kilometern beinhaltet die Abfahrt ins Tal.

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Les 3 Ballon

Datum: 1. Juni 2024
Strecken: 178 km / 4020 hm, 93 km/ 2200 hm.
Start – Ziel: Ronchamp – La Planche des Belles-Filles
Tour de France-Anstiege: Le Ballon de Servance | Le Col d’Oderen | Le Col du Hundsruck | Le Ballon d’Alsace: | La Planche des Belles-Filles

Tradition trifft auf Moderne bei diesem Gran Fondo in den Vogesen. Die beiden Stracken führen über epische Tour-de-France-Pässe. Während der 13,2 Kilometer lange Anstieg zum Ballon d’Alsace bei der Frankreich-Rundfahrt im Jahr 1905 der erste offizielle Berg überhaupt war, ist das Ziel bei Les 3 Ballons auf der Planche des Belles Filles.

Der 5,5 Kilometer lange Anstieg, mit Rampen von bis zu 19 Prozent, schaffte es erst 2012 auf den Streckenplan einer Tour de France, wurde seitdem aber schon sechs Mal zum Schauplatz packender Bergauf-Finals – zuletzt 2022. In diesem Jahr endete auch die neu aufgelegte Tour de France der Frauen mit einem Sieg von Annemiek van Vleuten.

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Lapierre GF Mont Ventoux

Datum: 9. Juni 2024
Start – Ziel: Vaison la Romaine – Mont Ventoux / Vaison la Romaine
Strecken: 122 km* / 3600 hm, 100 km* /2600 hm
Tour de France-Anstiege: Mont Ventoux

Auf zum Sturm des “weißen Riesen der Provence“. Beim gleichnamigen Jedermann-Rennen enden beide Distanzen oben auf dem kahlen Berg auf 1909 Meter Höhe. Die Auffahrt verläuft bei der langen Variante klassisch über Bedoin und das Chalet Reynard. Die kürzere Strecke führt über Sault zum Chalet Reynard und dann weiter nach oben. Auf dem Weg, gibt es, als Warm-Up zum Fuße der 21 Kilometer langen und durchschnittlich 7,6 Prozent steilen Steigung, noch einige kleinere Pässe zu bewältigen. Auch wenn oben das Ziel ist, zu Ende ist der Tag erst nach einer neutralisierten 30 Kilometer langen Abfahrt vom Gipfel hinunter nach Vaison la Romaine.

* zzgl. einer neutralisierten 30 Kilometer langen Abfahrt in den Start- und Zielort Vaison la Romaine

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GFNY Lourdes, Tourmalet

Datum: 23. Juni 2024
Start – Ziel: Lourdes
Strecken: 157 km / 4064 hm, 99 km / 2321 hm
Tour de France-Anstiege: Col d’Aspin, Col du Tourmalet

In 2023 war der Pyrenäen-Pass Tourmalet nicht nur Teil der Tour de France – auf der 5. Etappe – sondern auch das Dach der Spanien-Rundfahrt. Also der höchste Punkt mit seinen 2115 Metern, die die Profis auf dem 13. Tagesabschnitt der Vuelta erklimmen mussten.

Ambitionierte Hobbyradsportler können am 24. Juni 2024 einen der legendärsten Pässe im Radsport unter die Räder nehmen. Nach dem Start in Lourdes ist die Anfahrt „klassisch“ über den Col d‘Aspin. 12 Kilometer lang und im Schnitt 6,5 Prozent steil, windet sich die Straße auf knapp 1500 Höhenmeter. Ein Formtest, ehe es über den ganz Großen geht. Über die Westseite von Sainte-Marie-de-Campan müssen auf rund 17 Kilometer knapp 1300 Höhenmeter überwunden werden. Durchschnittlich 7,4 Prozent, aber in der Spitze nur 11 Prozent steil lässt sich der Pyrenäen-Berg gut erklettern. Von dort oben führt die Strecke auf den finalen 50 Kilometern tendenziell bergab bis in den Ziel- und Wallfahrtsort Lourdes.

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La Marmotte

Datum: 30. Juni 2024
Start – Ziel: Bourg d’Oisans – Alpe d’Huez / Frankreich
Strecken: 177 km / 5000 hm, 226 km / 6300 hm
Tour de France-Anstiege: Col du Glandon, Col du Télégraphe, Col du Galibier, Alpe d’Huez

La Marmotte heißt übersetzt das Murmeltier. Doch das Event ist keineswegs so niedlich wie die possierlichen Nager. Vielmehr gleicht der Streckenverlauf dem einer Königsetappe der Tour de France. Von Bourg d’Oisans klettern die Teilnehmer über den Col du Glandon. Nach der Abfahrt hinunter nach Saint Michel de Maurienne wartet der Doppelpack aus Col du Telegraph und Col du Galibier – insgesamt 2000 Höhenmeter auf über 35 Kilometer. Hinunter über den Col de Lautaret wird Bourg d’Oisans erreicht, von wo es die 21 Kehren hinauf nach Alpe d’Huez ins Ziel geht. Wem das noch nicht genug ist und wer noch mehr Murmeltiere in den Bergen sehen will, für den hat der Veranstalter noch einen Bonus: Beim Ultrafondo Marmotte Alps verlängert sich die Strecke im Anschluss über den Col de Sarenne und es geht ein zweites Mal hoch zur Alpe. Dann ist aber Schluss. Das Alpen-Doppelpack erinnert an die 18. Etappe der Tour de France 2013.

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JPP Neuf de Coeur

Datum: 7. Juli 2024
Start – Ziel: Cluses – Carroz
Strecken: 130 km / 3500 hm, 100 km / 2400 hm
Tour de France-Anstiege: Col de la Colombière, Côte des Fleuries,

Mal nicht das Beste zum Schluss, sondern gleich zu Beginn. Nur wenige Kilomter nach dem Start in Cluses beginnt der Aufstieg zum Col de la Colombière. Ein Tour de France-Pass, der regelmäßig auf der Streckenkarte der Frankreich-Rundfahrt zu finden ist. Zuletzt 2018 als Julian Alaphilippe die 10. Etappe in Le Grand Bornand gewann. Der Anstieg ist 18,4 Kilometer lang und liegt fast unbewaldet in der Sonne. Über 1100 Höhenmeter müssen die Teilnehmer bis zur Passüberfahrt auf 1613 Meter. Für die Anstrengungen des Kletterns belohnt die schnelle, gut zu fahrende Abfahrt nach Le Grand Bornand. Von dort führt das Rennen durch das Aravis-Tal über das Glieres-Hochplateau, um im weiteren Verlauf die Teilnehmer über den Col des Fleuries zu schicken. Ein Anstieg, der zu Beginn der 15. Etappe der diesjährigen Tour de France ansteht. In weitem Bogen geht es wieder in Richtung Ziel, das in Carroz liegt – nicht weit entfernt vom Startort Cluses.

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Cyclo Les 3 Cols 2024

Datum:  tbd
Start – Ziel: Barcelonnette
Strecken: 122 km / 3300 hm, 59 km / 1690 hm
Tour de France-Anstiege: Col de la Cayolle, Col des Champs, Col d’Allos

Klein, aber fein ist die Veranstaltung in den französischen Seealpen. Denn sie ist limitiert auf nur 500 Teilnehmer. Les 3 Cols schickt die Starter auf einen epischen Ritt über gleich drei Zweitausender. Nachempfunden ist das Event der 16. Etappe der Tour de France 1975 als sich hier Felice Gimondi, Eddy Merckx und Bernard Thévenet einen unerbittlichen Kampf lieferten und Merckx die Tour gegen Thévenet verlor. Die Frankreich-Rundfahrt stattete dem 2240 Meter hohen Col d’Allos in den frühen Jahren häufig einen Besuch ab. In der Vergangenheit wurde es eher ruhiger. In den letzten 50 Jahren war die Tour nur noch fünf Mal hier zu Gast. Zuletzt gewann Simon Geschke 2015 am Allos seine Tour-Etappe im Trikot des Teams Giant-Alpecin.

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Cyclosportive de la Madeleine

Datum: tbd
Start – Ziel: La Chambre – Col de la Madeleine
Strecken: 135 km / 4700 hm, 115 km / 3750 hm, 60 km/ 2650 hm
Tour de France-Anstiege: Col du Mollard, Col de la Croix de Fer, Col du Chaussy, Col de la Madeleine

Das Ziel liegt auf knapp 2000 Meter – dem Col de la Madeleine. Einer der Hochgebirgspässe der Tour de France. Seit 1969 war der legendäre Pass in den Savoyer Alpen bereits 25-mal Schauplatz einer Tour de France-Etappe. Eine Bergankunft gab es dort allerdings noch nie. Da ist Hobbysportlern beim Cyclosportive de la Madeleine vorbehalten. Erklettert wird der Col im Rennen aus Süden über das Kleinstädtchen La Chambre – 19,3 Kilometer lang mit einer Durchschnittssteigung von 8 Prozent ist der Anstieg. Je nach Leistungsfähigkeit und Lust können die Hobbysportler noch den einen oder anderen Alpenpass als Aufgalopp davor erklimmen. Am härtesten ganz sicher die 135 Kilometer lange Strecke mit insgesamt vier Pässen – Mollard, Croix de Fer, Chaussy und Madeleine. Aber oben im Ziel angekommen, belohnt ein Blick auf das Mont Blanc-Masiv und entschädigt für all die Strapazen.

GFNY Alpes Vaujany

Datum: tbd
Start – Ziel: Vaujany
Strecken: 118 km /ca. 4000 hm, 43 km / 1800 hm
Tour de France-Anstiege: Col de la Croix de Fer, Col du Glandon,

Copyright: GFNY

Im Bergdorf Vaujany inmitten der französischen Alpen startet dieses Jedermann-Rennen aus der Serie GFNY. Nach einer kurzen Abfahrt erwartet die Teilnehmer der Aufstieg zum Col de la Croix de Fer auf 2067 Metern Höhe. Gut 25 Kilometer windet sich die Straße zuerst durch den Wald und dann am Lac de Grand Maison vorbei zum Gipfel. Obwohl der Anstieg im Schnitt nur 5 Prozent steil ist, gibt es Rampen von bis zu 19 Prozent, auf der sich auch das Tour-Peloton zuletzt auf der 12. Etappe 2022 hochmühte. Während die Teilnehmer der kürzeren Strecke nach einer kühlenden Abfahrt knapp 5 Kilometer wieder hoch nach Vaujany klettern dürfen, erwartet die Starter auf der längeren Strecke ein zweiter „schwerer Brocken“. Aus dem Tal der Maurienne kommend stellt sich ihnen der den Col du Glandon in den Weg. Nach 20 Kilometern mit einer Durchschnittssteigung von 7,4 Prozent haben die Teilnehmer den Tour-Pass erklommen, der 1947 erstmals bei einer Frankreich-Rundfahrt überquert wurde. Nach der Abfahrt können die letzten verbliebenen Körner noch an der 8,6-prozentige Schlusssteigung in den Zielort verschossen werden.

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Marmotte Granfondo Pyrénées

Datum: tbd
Start – Ziel: Argelès-Gazost – Luz Ardiden
Strecken: 163 km / 5600 hm, 106 km / 4085 hm
Tour de France-Anstiege: Col du Tourmalet, Hourquette d’Ancizan, Col d’Aspin, Luz Ardiden

Einer Königsetappe der Tour de France würdig ist Marmotte Granfondo Pyrénées. Nicht wegen de imposante Höhemeterzahl von 5000 auf der 163 Meter langen Strecke. Es sind die klangvollen Namen dieser Anstiege in den Pyrenäen: zwei Mal Col du Tourmalet dazu Hourquette d’Ancizan, Col d’Aspin und der Schlussanstieg nach Luz-Ardiden. Berge, an denen die Tour schon entschieden wurde und die Geschichte schrieben und schreiben werden. Bei der Tour de France 2023 war der Tourmalet der Schlussanstieg der 6. Etappe. Und der Pyrenäen-Anstieg hat bei der Tour de France Femmes 2023 die Entscheidung gebracht.

Wem das alles zu viel Kletterei ist, startet über die kürzere, 106 Kilometer lange Distanz und spart sich Hourquette d’Ancizan sowie Aspin und finisht ebenfalls in Luz-Ardiden – nach einer finalen Kletterpartie von 13 Kilometern mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,5 Prozent.

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