Alternativ- und Ausgleichstraining für Radsportler: Welche Workouts sinnvoll sind

Off-Bike-Training im Winter: Wenn es draußen kalt und nass wird, stellen sich viele Rennradfahrer folgende Fragen. Gibt es sinnvolle Alternativen zum Training auf dem Rennrad? Welche Disziplinen eigen sich dazu, eventuelle Defizite auszugleichen? Antworten auf diese Fragen gibt Alpecin Cycling.

Alternativen zum Radfahren gibt es selten

Alternativtraining für Radsportler – davon hält Sportwissenschaftler Björn Geesmann von HYCYS wenig. „Gerade bei Hobbyradsportler gilt noch immer die Devise: Radfahren kommt immer noch von Radfahren“, so Geesmann und ist bereit, für diesen Satz fünf Euro ins Phrasenschwein zu schmeißen.

„Bei einem Profi sieht das anders aus. Aber wenn ich mir Gedanken, um die Effizienz mache, dann sollte ich bei meiner Sportart bleiben“, fährt er fort. Denn das Erlernen einer neuen Sportart wie Schwimmen oder Skilanglauf kostet einfach zu viel Zeit. Und beim Laufen kämpfen selbst viele Profis aufgrund der ungewohnten Bewegungsabläufe und der Belastung des Bewegungsapparates durch das gesamte Körpergewicht mit Gelenkschmerzen und haben Muskelkater.

„Wer natürlich eine ausdauernde Alternativsportart schon aus dem Effeff beherrscht, weil er sie Zeit seines Lebens betrieben hat, kann mit solchen Einheiten seinen Trainingsumfang erhöhen“, so Geesmann. Allerdings macht es dann gerade beim Laufen auch Sinn, die Einheiten ganzjährig ins Training einzubauen.

Allen anderen empfiehlt er die Zeit zu nutzen am Rad zu drehen, ob auf der Straße mit dem Rennrad, im Gelände auf dem Gravelbike, Cyclocrosser sowie Mountainbike oder indoor auf der Rolle, ist letztendlich egal. „All das zahlt auf das radspezifische Training ein“, so Geesmann.

Ausgleichstraining: Den Rumpf stabilisieren

Und was ist mit Ausgleichstraining? „Da sehe ich großes Potenzial – für alle. Wer Zeit erübrigen kann, sollte an seiner Beweglichkeit und Rumpfstabilität arbeiten“, sagt er. Dies verbessert nicht nur die Haltung auf Bürostuhl und Fahrradsattel, sondern vermeidet Überlastungen und Verletzungen und verbessert sogar noch die Kraftübertragung aufs Pedal.

Erlaubt ist was gefällt. Ob Yoga, Pilates, TRX, Wirbelsäulengymnastik, Functional oder Core-Training, solange die Übungen richtig ausgeführt werden. Hier ist weniger oft mehr. Ein Repertoire mit fünf bis acht verschiedene Übungen reicht aus. Dafür sollten der Sportler diese regelmäßig wiederholen

Lediglich beim vermeintlichen Rückensport Schwimmen hat Geesmann arge Bedenken: „Eine gute Schwimmtechnik setzt eigentlich eine stabile Wasserlage und damit schon eine gute Rumpfmuskulatur voraus. Nur wer stilistisch sauber durchs Wasser gleitet, sollte das Schwimmen als Rückentraining einsetzen. Im Worst Case kann das Brustschwimmen zu Beschwerden im unteren Rücken und Nacken führen.“

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