Südtiroler Champions Loop Maurizio Fondriest

Local Loops
25.08.2020

Im Jahre 1988 gewann Maurizio Fondriest den Weltmeister-Titel im Straßenradsport im belgischen Ronse. Um für dieses wie auch weitere Rennen in Top-Form zu sein, trainierte Fondriest auf seiner Lieblingsrunde, die er uns vorstellt. Start des Local Loops ist Cles im Trentino, die Heimat und der Geburtsort des sympathischen italienischen Alpecin-Testimonials.

„Bis heute fahre ich diese Route am liebsten, denn sie führt über Straßen fernab vom Verkehr, durch Wälder und Dörfer wie Tregiovo, Laurenio oder Proves. Jedes Mal, wenn ich mein Training auf dieser Strecke fahre ist es, als würde ich in der Zeit zurück reisen.

 

 

Mein Startpunkt, die Stadt Clees, liegt im Nonstal, nördlich von Trient und südwestlich von Bozen. Ganz in der Nähe findet man den schönen See Lago di Santa Giustina. Cles war einst von den Römern besiedelt, was der Fund einer bedeutenden Bronzetafel, der “Tabula Clesiana” aus dem Jahre 46 n. Chr. beweist.

Vom Marktplatz aus führt die Strecke nördlich aus der Stadt und passiert den Lago die Santa Giustina bei km 2,5. Von dort aus geht es nach Osten durch die Dörfer Cagno und Revo. Hierher kehren wir später auf der Tour zurück. Weiter geht es zunächst in Richtung Casez. Im kleinen Apfeldorf wird man historisch empfangen. Das Castel Casez mit seinen schönen Parkanlagen passiert man zur Linken. Der mächtige Turm des Schlosses läutet auch den ersten Anstieg der Tour ein.

Nach einer kurzen Kletterpartie von knapp 5 Kilometern befinden wir uns in Salter und das erste Mal auf fast 1000 Metern Höhe. Anschließend führen mich die Straßen am Rande des Mendels über 10 Kilometer nach Romeno und von dort nach Fondo. Von hier aus besteht die Möglichkeit den Gampenpass in Richtung Meran zu erklimmen. Mein Local Loop führt uns aber zurück in Richtung Revo.

 

 

Verlief die Strecke bis hierher verhältnismäßig flach, geht es nun darum Höhenmeter zu sammeln. Auf der Hauptstraße verlasse ich Revo in Richtung Norden und biegen bei Kilometer 43 in Richtung Tregiovo ab. Ich passiere die Idylle. Treviogo, Miauneri oder Ebner sind winzige Orte, die auf ruhigen, kleinen Straßen durchquert werden. Ein phänomenaler Blick auf Alpenpässe im Westen tut sich auf.

Jetzt geht es bergauf. Knapp 12 Kilometer. Und bei Kilometer 50 zeigt die Headunit 1250 Höhenmeter an.
Der vorerst höchste Punkt der Fahrt. Ich befinde mich am Deutschnonsberg, dem deutschprachigen Bereich des Nonstal, genauer in der Gemeinde Laurein. Vorbei an Bau- und Naturdenkmälern geht es schnell bergab bis zum Pescarabach.

 

 

Treu an der Seite begleitet uns der Bach auf knapp 2,5 Kilometern Anstieg, ehe ich am Gampenbach abbiege und bis ins Zentrum des Ortes Proveis fahre. Auf den knapp 5 Kilometern geht es zum Teil mit 13 Prozent Anstieg nach oben und auf 1400 Meter befinde ich mich am höchsten Punkt des Tages.

Wie Laurein gehört auch Proveis zum Deutschnontal und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den Ortler Alpen. Hier erheben sich Hochwart, Ilmenspitze und Stübele zu einer mächtigen, dreigestirnigen Felsformation. Auch das legendäre Stilfser Joch – oder “Stelvio” – sowie der Umbrailpass gehören den Ortler Alpen an.

 

 

Es folgt eine fast 20 Kilometer lange Abfahrt in das Herz des Nonstal und zurück in Richtung Cles. Noch einmal geht es über den Lago di Santa Giustina bis ich nach insgesamt 80 Kilometern wieder am Marktplatz ankomme. Auf meinem Local Loop habe ich außerdem 2000 Höhenmeter gesammelt. Wer ihn nachfährt wird schnell feststellen, dass er fast keinen einzigen Meter flach verläuft und voll von kleineren, gleichmäßigen Anstiegen ist. Ein völlig natürliches Intervalltraining also.

Viel Spaß beim Nachfahren!”

 

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