Siebengebirgs-Rennrad-Tour mit Start & Ziel in Bonn Valeska Kröll

Local Loops
27.08.2020

„Ich bin im Siebengebirge aufgewachsen und in Bonn zur Schule gegangen. In meinen späten Teenagerjahren habe ich begonnen hin und wieder mit dem Rad zur Schule hin und zurück zu fahren. Das waren dann insgesamt so knapp unter 40 Kilometer, meist jeden Tag. Vermutlich habe ich da den Grundstein gelegt, hügelig und bergig fahren zu können und zu wollen und vor Rampen keine Angst zu haben.

Als ich klein war, und wir beispielsweise im Urlaub waren und dann irgendwann nach etlichen Autostunden das Siebengebirge am Horizont auftauchte, wusste ich, gleich bist du zu Hause. So ist es noch immer. Wenn ich lange Tagestouren auf dem Rad erlebe und dann irgendwann einen der Berge erblicke, weiß ich, es ist nicht mehr weit.

Das ist auch der Grund, warum ich hier so gerne fahre und trainiere. Ich weiß, dass ich schnell zu Hause bin, wenn daheim etwas sein sollte, das Wetter umschlägt, ich mich doch nicht fit fühle. Dennoch kann ich hier Stunden verbringen und sehr effektiv trainieren und mich selber herausfordern.

Los geht es nach dem Start nahe des Rheins locker mit dem ersten Anstieg der Pützchens Chaussee. Als ich meine erste Tour auf dem Rennrad unternahm, war das mein erster kleiner Berg und ich bin ihn natürlich mittlerweile etliche Male gefahren. Es macht Spaß, hier an seine Grenze zu gehen und Bestzeiten zu versuchen, der kleine Berg ist nicht lang und nicht gemein. Dahinter beginnt schon beinahe das Hügelland und es kommt die erste Welle.

Nach einer kleinen Abfahrt, die ich immer nutze, um meine Abfahrtkünste zu verbessern und Stück für Stück weniger ängstlich zu sein, kommt nochmal eine kleine Kuppe bis es links zum 8000 Watt am Berg geht. Dies ist Teil der Triathlon-Bonn-Strecke und es stehen aufmunternde Worte auf der Straße. Die Steigung ist kurz, aber giftig und einer meiner persönlichen Endgegner. Hier versuche ich, ab Tag eins auf dem Rennrad immer und immer wieder eine Schippe drauf zu legen.

Auf meiner Strecke geht es möglichst viel auf Landwirtschaftswegen entlang und an Tierweiden vorbei. Ich lebe in der Innenstadt und tanke mental 100 Prozent auf, wenn ich durch die Natur fahren kann, wenig Autoverkehr erlebe und mich an Tieren auf Weiden erfreue. Es geht hügelig weiter, bis zur Rampe Kuchenbach mit ihren 19 Prozent.

Hier freue ich mich immer über das Wort Kuchen und bekomme ersten Hunger, muss aber sagen, dass der Kuchen mit der Rampe Kuchenbach nicht viel gemeinsam hat. Die Rampe ist kurz, aber gemein. Wenn du denkst, dass du oben bist, gehen die 19 Prozent erst los.

Danach gibt es eine kleine Abkühlung bei der Fahrt durch den Wald und nach einer kurzen Abfahrt, kann man auf der Talstraße entweder genüsslich ballern oder ein wenig die Beine hochnehmen. Denn das Siebengebirge ist hügelig und ein paar Hügel müssen da noch gefahren werden. Ich verspreche aber, dass die Aussicht alle Mühen wert ist: Was man rauffährt, darf auch wieder runtergefahren werden.

Die Beine haben immer genug Zeit, einmal auszuschütteln, wenn man nicht auf Schnitt oder im Wettkampf fährt. Nach hoch und runter folgt eine weitere, auch nicht sehr nette, Steigung hoch nach Berghausen. Hier kann man eine kleine Pause machen und sogar Cola oder Pommes bekommen, links gibt es eine Terrasse, an der man eine kleine Dorfgastronomie erkennen kann.

Weiter geht es über kleine Wege durch tolle Orte wie Hühnerberg und Quirrenbach, erneut an Weiden vorbei und Schleichwege gefahren, fahren wir Heisterbacherrott hinunter, die eine tolle Anfängerabfahrt ist. Hier übe ich, Kurven in der Abfahrt zu nehmen und die Spur zu halten. Links ab gäbe es die Möglichkeit hoch zum Einkehrhaus zu fahren, wer Pause im Wald mit Getränk und echtem Kuchen machen mag. Ab dort können auch gut die Siebengebirgsgiganten fürs Rennrad Petersberg und Drachenfels gefahren werden. Aber wir fahren weiter runter und rechts ab, noch einmal hoch, kommen wir in Vinxel an. Hier feile ich auf zwei graden Strecken hintereinander an meinen Sprintkünsten.

Der Wind kann dort sehr gemein sein, nicht umsonst heißt das Ding Windkante. Nach den beiden Sprints geht es noch einmal bergab, wir sind wieder auf der Pützchens Chaussee. Der Berg ist nicht nur bergauf ein guter Anfängerberg, sondern auch prima zum Abfahrt üben geeignet. Die Strecke endet wieder am Rhein. Spätestens hier gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Kaltgetränk in schönem Ambiente zum Lohn zu bestellen. Endpunkt ist beinahe Startpunkt und auf der Brücke, kannst du einmal nach links schauen und über den Rhein hinweg das Siebengebirge liegen sehen. Ist nicht mehr weit, bist fast zu Hause. Beruhigend irgendwie.“

Jetzt zum Newsletter anmelden
Und keine Tipps, Neuigkeiten & Angebote mehr verpassen
Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter. Bitte bestätige noch deine E-Mail-Adresse, um den Newsletter zukünftig empfängen zu können.