Rennrad-Panorama-Runde um Bielefeld Marcel Klöpping

Local Loops
17.09.2021

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Marcel Klöpping ist nicht nur Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim großen deutschen Radsportsponsor Alpecin in Bielefeld, sondern auch begeisterter Rennradfahrer. Und zwar schon von klein auf – und durchaus mit Erfolg. Zählte er doch in den Jugend- und in den Juniorenklassen zu den Besten in Deutschland. Dem Radsport ist der Familienvater bis heute treu geblieben, verfolgt als Fan die Rennen von Klein und Groß, ist als Stadionsprecher bei Veranstaltungen an der Radrennbahn beliebt, ebenso wie als erfahrener Guide, besonders bei Touren in OWL. Heute nimmt er uns mit auf eine schnelle Feierabendrunde über 80 Kilometer mit vielen Panoramaausblicken.

„Der Bielefelder Local Loop startet direkt am Hauptsitz der Dr. Wolff Gruppe, dem Hersteller vom Alpecin Coffein Shampoo, in Bielefeld Schildesche. Los geht es also im Herzen von Bielefeld; von dort zunächst in Richtung historischer Radrennbahn an der Heeper Straße. Noch heute der Treffpunkt für viele Radsportler und Austragungsort von Bahn- und Steherrennen sowie Radsport-Festivals wie den Alpecin Days und dem Giro Day.

Vom Ortsteil Bielefeld Heepen aus überqueren wir die Autobahn 2, auf einer Route, die traditionell von vielen Rennfahrern von der Schüler- bis zur Eliteklasse genutzt wird, wenn sich die Gruppen an der Radrennbahn treffen. Zusammen mit meinem alten Weggefährten Martin Brechmann tauche auch ich auf dieser Runde in die Erinnerungen einer tollen Bielefelder Jugendarbeit im Radsport ein. Nach dem Einstieg am Teutoburger Wald rollen wir die ersten Kilometer in einer ebenen Fläche zwischen dem „Teuto“, dem Wiehengebirge und dem Weserbergland. Zwischen Leopoldshöhe und Schötmar erreichen wir nach zwölf Kilometern die ersten richtig kleinen Seiten- und Feldwege, nördlich von Bad Salzuflen geht es dann in den ersten Anstieg des Tages – den Hollenstein. Von seinen Serpentinen am südlichen Anstieg hat man einen traumhaften Blick über die eingangs beschriebene Ebene hinweg in Richtung Teutoburger Wald von Detmold bis Bielefeld.

Wer oben auf dem Hollenstein, nach gut 25 Kilometer Fahrt, eine kleine Erfrischung braucht, kann seinen Durst im Biergarten des Bergrestaurants löschen. Erfrischung bringt auch die Abfahrt. Sie führt geradewegs in eine „andere Welt“ – nämlich die Region Kalletal / Extertal. Sie wird auch als die Toskana Ostwestfalens beschrieben. Ein schier endloses Auf und Ab mit Anstiegen zwischen 1,5 und 4,5 Kilometern Länge und kaum ein flacher Kilometer dazwischen. Zudem fahren hier kaum Autos. Ein perfektes Revier also, um die Touren und deren Intensität auf bis zu 160 Kilometer und über 2.000 Höhenmeter (wie bei der Teuto-Panorama-Tour) zu erweitern. Wir entscheiden uns für die schnelle Feierabendrund mit rund 80 Kilometern und rund 800 Höhenmetern.

Nach der Abfahrt vom Hollenstein folgt direkt der Anstieg – drei Kilometer lang nach Talle. Oben biegen wir in Richtung Osternhagen ab. Noch gut ein Kilometer weiter bergauf. Ein echter Geheimtipp ist, den Feldweg geradeaus über die Ortschaft Bavenhausen zu nehmen – anstatt unten auf die Hauptstraße (B238) zu fahren. Oben führt der Weg nach links weg in eine rauschende Abfahrt – schnurgerade, aber sehr schmal. Immer in Richtung Brosen. Dort wartet eine sich windende Auffahrt auf bestem Asphalt, etwa 3,5 Kilometer lang nach Niedermeien. Von Niedermeien aus hat man wirklich die freie Auswahl. Man gelangt an eine sternförmige Kreuzung mit tollem Panoramablick, einer Bushaltestelle, bei der sich nach all den Anstiegen eine kurze Trinkpause lohnt. Orte wie Homeien (mit noch besserem Blick auf alle umliegenden Berge), Extertal oder Lemgo sind nur einen Katzensprung entfernt. Für unsere kleine Panorama-Tour steht ab hier zunächst eine fast fünf Kilometer lange Abfahrt an, bevor es dann in Richtung Westen wieder gen Bielefeld geht; ausschließlich auf kleinen Nebenstraßen. Zunächst die lange Abfahrt, es folgt ein Gegenanstieg in Lürdissen-Dorf, danach düsen wir erneut mit Geschwindigkeiten jenseits der 60 km/h bergab. Die alte Hansestadt Lemgo umfahren wir nördlich. In Entrup wartet der letzte kurze, dafür steile Anstieg mit etwa 800 Metern Länge. Oben habe ich nur noch knapp über Schrittgeschwindigkeit auf dem Tacho. Die letzte längere Abfahrt hält zunächst zwei technische Kurven bereit und gleitet dann rund drei Kilometer hinab. Hier können wir es richtig laufen lassen. In Richtung Lieme stehen im Flachen trotz Kantenwind noch bis zu 38 km/h auf dem Display. Mein Begleiter Martin kommt als Rouleur so richtig in Schwung. Vom Freibad Lieme aus zieht es sich nochmal ein wenig wie „Kaugummi“ mit vier Prozent hoch, bei schrägem Wind von vorne. Die Geschwindigkeit sinkt, Martin schaut dennoch auf seinen Leistungsmesser – fast 300 Watt zeigt dieser dann doch noch an.

Von Hagen und Waddenhausen aus sind es nur noch 20 Kilometer zurück bis zur Radrennbahn. Zeit für ein Finale wie in alten Zeiten. Martin geht in den Wind, um mir als Finisseur den besten Windschatten zu geben. Wieder fällt die Geschwindigkeit kaum unter 40 km/h. Erst in Bexterhagen – kurz vor den Toren der Stadt – zieht es sich wieder über vier Kilometer mit leichten Steigungsprozenten dahin; bis zur Autobahnbrücke, die wir schon auf dem Hinweg genommen haben. Von der Brücke hinab rollt es wieder perfekt, mit Blick auf die Stadt, in Richtung Ausgangspunkt. Auf den Sprint am Ortschild Heepen müssen wir verzichten, seitdem der Ostring mit Ampelkreuzung kurz zuvor zu überqueren ist. Diese Umgehungsstraße gab es früher gar nicht. Heute habe ich mich über die rote Ampel dann doch gefreut. Ich fand das Finale auch ohne Sprint sportlich, die Strecke reizvoll und ein paar Erinnerungen kamen auch noch hoch, als wir zurück an der Radrennbahn noch einen alten Weggefährten trafen. Unseren guten Freund Tobias, jetzt mit eigenem Nachwuchs unterwegs, der schon bei der Bielefelder Sommerbahnmeisterschaft das Rad mit der starren Nabe beherrscht. Für uns eine Reise zurück in die letzten 30 Jahre und ein klarer Plan für die Zukunft: Die nächste Runde drehen wir alle zusammen!“

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