Nationalpark-Runde durch die Eifel Wolfgang Zilgens

Local Loops
01.09.2020

„Diese Runde zeigt sehr eindrucksvoll, was die Eifel als Rennradrevier zu bieten hat. Der Loop ist gut 160 Kilometer lang mit ca. 2600 Höhenmetern und führt rund um den Rursee, das Kernstück des Nationalparks Eifel. Je nach Kondition kann die Tour aber auch an einigen Stellen eingekürzt werden, ohne dass die Strecke an Attraktivität verliert. Ich fahre diese Stecke schon seit vielen Jahren, habe sie immer mal wieder angepasst. Gerade für meine erste Ötztaler-Teilnahme diente sie mir als gute Testrunde, da man an den Anstiegen auch schon an seine Grenzen gehen kann.

Doch los geht’s. Als Start eignet sich das historische Kornelimünster. Der Ort liegt von der A44 mit Ausfahrt Aachen-Brand nur zehn Minuten entfernt. Ausgangs- und Endpunkt ist das Restaurant Bahnhofsvision im 120 Jahre alten Bahnhof. Zum Einrollen eigen sich die ersten zwei Kilometer auf dem Radweg (Vennbahn, Ravel48), bis wir in Wahlheim auf die Straße wechseln und  direkt die Eifel ansteuern. Über die Dreilägerbachtalsperre, Aachens Trinkwasserspeicher, führt die Route über Simmerath in der ersten Serpentinenabfahrt über Hammer und Dedenborn an den Rursee.

 

 

Wer nach 40 Kilometer ein erstes Päuschen einlegen will, weil er ohne viele Kohlenhydrate gestartet ist, findet in den Dörfern rund um den Rursee namens Einruhr, Rurberg oder Woffelsbach zahlreiche Cafes und Restaurants.

Zusteigen bitte, heißt es jetzt! Denn jetzt beginnt die berühmte Eifelachterbahn – mit dem ersten längeren Anstieg in Woffelsbach. In der Folge wechseln sich Anstiege und Abfahrten mit sechs bis acht Prozent Steigung beziehungsweise Gefälle sowie mit einer Länge von zwei bis vier Kilometern ab. Mit guter Form und dauerhaft Zug auf der Kette kommt bei diesem ständigen Auf und Ab schön Schwung rein.

 

 

Wer will, kann sich via Strava auch gerne mit den heimischen Profis wie André Greipel, Rick Zabel, Nils Politt & Co messen. Der Anstieg von Heimbach hinauf zum Kloster Mariawald wird fast wöchentlich von den Profis der Kölner Trainingsgruppe erklommen. Ein Klassiker wäre es, im Kloster für die bekannte Erbsensuppe zu stoppen. Für die Strava-jünger aber ein NOGo, da die Zeit für das Segment erst einen Kilometer weiter oben zum Kermeter gestoppt wird.

 

 

Vorbei an Gemünd umrunden wir den Rursee und fahren an Vogelsang vorbei zum zweiten Mal nach Einruhr an den Rursee. Hat man bisher noch keine Pause eingelegt, so bietet es sich nach zwei Dritteln der Tour nun an: Viele Cafes, Restaurants rund um die Rurseeschifffahrtsanlegestelle stehen zu Verfügung. Klassiker auf der Speisekarte sind hier deftige Speisen vom Wildgericht bis zum Aachener Sauerbraten – oder doch nur das einfache „Gedeck“ beim Kaffee- und Kuchenstopp.

Danach gilt es nochmal, die Kräfte zu mobilisieren für den letzten Anstieg zurück Richtung Aachen. Zum entspannten Ausrollen in Hochgeschwindigkeit biegen wir in Lammersdorf auf den Vennbahnradweg und jagen auf der ehemaligen Bahntrasse 30 Kilometer leicht abwärts dem Zielort Kornelimünster entgegen. In der Bahnhofsvision wartet dann das Finisher-Radler oder Tourabschluss-Brotzeit.

 

 

Je nach Zeit und Lust sollte man den historischen Kern, in dem schon diverse Filmdrehs wie „Der Mann auf dem Baum“ und „Rubinrot“ stattgefunden haben, zu Fuß erkunden.

PS: Der Rursee ist auch beliebtes Ausflugsziel der Motorradfahrerfraktion. Ruhe haben Rennradfahrer insbesondere unter der Woche oder bei einem frühen Start am Wochenemde oder an Feiertagen. Bei Variationen der Tour sollte auf den Abschnitt Kesternich/Einruhr verzichtet werden, da Motorradfahrer diesen teils in riskanter Fahrweise befahren.“

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